Haus der Kulturen der Welt (HKW)
03 â 07 February 2016
Neue Vokabulare und SensibilitĂ€ten sind erforderlich, um die verschiedenen sozialen, ökonomischen und technologischen Modelle benennen und unterscheiden zu können, die momentan in Reaktion auf die immer prekĂ€rer werdenden Lebensbedingungen in der Welt entstehen. Diese Situation bringt neue Vorstellungen dessen mit sich, was ein GesprĂ€ch sein kann, und einen neuen Umgang mit den im SpĂ€tkapitalismus vorherrschenden Ăngsten.
Wachsende Unsicherheit und Prekarisierung sind Entwicklungen, die wir in unserer Lebenswelt immer stÀrker als Normalzustand akzeptieren. Auf persönlicher Ebene erleben wir instabile Arbeitsbedingungen und soziale Verbindungen, die zunehmend an Zusammenhalt verlieren. Auf geopolitischer Ebene befeuern Terrorismus und Migration eine Rhetorik der Versicherheitlichung. Das Verlangen nach Sicherheit drÀngt sich allumfassend in unser Leben, zwischenmenschlich ebenso wie global. In dieser Form und diesem Ausmaà ist der Fokus auf Sicherheit und die daraus folgenden Kontrollmechanismen beispiellos in der Geschichte der Menschheit.
Dabei fangen wir gerade erst an zu verstehen, wie und auf welchen Ebenen die allgegenwĂ€rtige Ăberwachung und der Drang nach Absicherung unser Leben verĂ€ndern. Dieser Stream nimmt auf Mikro- und Makroebene Sicherheitskulturen in den Blick, die als Reaktion auf individuelle wie kollektive Ăngste entstehen. Er geht jedoch ĂŒber die Analyse des Ist-Zustands hinaus, indem er hinterfragt, warum wir uns so absichern, wie wir es tun â und ob uns dies die Art von Sicherheit bieten kann, die wir uns vorstellen. Im Mittelpunkt des Streams steht die Frage, wie wir in der pluralistischen, vernetzten und oft prekĂ€ren Welt, in der wir leben, Sicherheit gewinnen wollen. Die Veranstaltungen thematisieren alternative Sicherheitsmodelle und Praktiken des Widerstands wie Whistleblowing, die Informations- und Machtasymmetrien verschieben. Der Stream fragt nach einer neuen Ethik der Sicherheit, die im Kontext der Digitalisierung formuliert werden muss, um der KomplexitĂ€t der heutigen Lebenswelt gerecht zu werden.












