Haus der Kulturen der Welt (HKW)
03 â 07 February 2016
Neue Vokabulare und SensibilitĂ€ten sind erforderlich, um die verschiedenen sozialen, ökonomischen und technologischen Modelle benennen und unterscheiden zu können, die momentan in Reaktion auf die immer prekĂ€rer werdenden Lebensbedingungen in der Welt entstehen. Diese Situation bringt neue Vorstellungen dessen mit sich, was ein GesprĂ€ch sein kann, und einen neuen Umgang mit den im SpĂ€tkapitalismus vorherrschenden Ăngsten.
Maker-Kultur gehört inzwischen zum Mainstream. WĂ€hrend sie ursprĂŒnglich von AnsĂ€tzen des Do-It-Yourself oder Do-It-Together geprĂ€gt war, werden Maker-Methoden und -werte wie Peer-Learning, lokale Produktion oder Wiederverwertung von Material zunehmend von For-Profit-Unternehmen ĂŒbernommen. Geek- und Hacker-Kulturen liegen im Trend. Fablabs, Rapid Prototyping und Open-Learning-Formate sind heute zentrale Inhalte der Hochschulbildung, von Kulturprogrammen und sozialen Unternehmen. FĂŒr die Bildungsarbeit sind Werte der Maker-Kultur, wie etwa das projektbezogene, offene und kreative Lernen in Gruppen, zu einer Art modernem Mantra geworden. Kollaboratives Arbeiten und AnpassungsfĂ€higkeit werden als essentielle Skills betrachtet, die in Bildungsarbeit, Commoning, Schenk- und Share-Ăkonomien gefördert werden.
Maker-Kultur hat jedoch nie im luftleeren Raum existiert. Dieser Stream fragt danach, wie im spezifischen Kontext der transmediale/conversationpiece eine kritische Diskussion ĂŒber dieses Thema angestoĂen werden kann. Die Keynote Conversation und Paneldiskussionen im Programm dieses Streams beschĂ€ftigen sich mit historischen Positionen, zeitgenössischen Arbeitsformen, neuen industriellen UmbrĂŒchen, politischen VerĂ€nderungen und institutioneller Offenheit. Die von Sound Events ĂŒber Gruppentherapien bis hin zu Multitouch-Aerobic reichenden Veranstaltungen und Workshops spielen bewusst damit, was es bedeutet, sich jenseits des Didaktischen und rein Verbalen performativ und sensorisch auszutauschen. Ziel ist es, eine breitere WertschĂ€tzung zeitgenössischer Maker-Praktiken â insbesondere ihrer Grenzen, Potenziale und (dis)assoziierten Kulturen â zu ermöglichen.







