Haus der Kulturen der Welt (HKW)
3 â 2 February 2016
Neue Vokabulare und SensibilitĂ€ten sind erforderlich, um die verschiedenen sozialen, ökonomischen und technologischen Modelle benennen und unterscheiden zu können, die momentan in Reaktion auf die immer prekĂ€rer werdenden Lebensbedingungen in der Welt entstehen. Diese Situation bringt neue Vorstellungen dessen mit sich, was ein GesprĂ€ch sein kann, und einen neuen Umgang mit den im SpĂ€tkapitalismus vorherrschenden Ăngsten.
FĂŒnf Jahre nach den turbulenten politischen Ereignissen von 2011, die zu einer Serie dezentraler, aber medial choreografierter Akte des Widerstands gefĂŒhrt haben, bedĂŒrfen die Muster des globalen Aktivismus sowie auch individuelle Medienhandlungen einer Reflexion. Von Tahrir nach Taksim, von Occupy zu den Indignados, von den Twitter- und Facebook-Revolutionen bis hin zum Blackberry-Aufstand: Der Anxious to Act-Stream greift die hinter uns liegenden Geschehnisse auf und thematisiert vor diesem Hintergrund die paradoxen neuen Herausforderungen fĂŒr Handeln und Aktivismus in einer verschlungenen Gegenwart.
Infolge der systematischen ZurĂŒckdrĂ€ngung der Wellen des Widerstands durch eine Kombination medienversierter Gegen-Choreographien ist medienbasiertes Handeln mit neuen Unsicherheiten und Ambivalenzen behaftet. Ein schleichendes Unbehagen in Bezug auf die SpielrĂ€ume medialer Ăffentlichkeiten hat sich in der Post-Snowden-Ăra verbreitet. Was einst als âNoosphĂ€reâ oder âWeltgehirnâ vorweggenommen wurde, hat sich zu einem durchaus fragmentierten globalen Sensorium entwickelt, in dem mikropolitische und geopolitische Bewegungen auĂer Takt erscheinen.
Ausgehend von der KomplexitĂ€t der Konzepte von âInterventionâ und âWiderstandâ im Kontext gigantischer, vernetzter Systeme des medialen Einschlusses, diskutiert dieser Stream die WidersprĂŒche eines sich stĂ€ndig weiterentwickelnden, inhĂ€rent instabilen âMedienaktivismusâ. In Frage stehen neue Konvergenzen jenseits des rein Technologischen, zu einer Zeit, die neben andauernden GrĂŒnden zu intervenieren â zumindest scheinbar â immer noch gröĂere SpielrĂ€ume fĂŒr Interaktion bietet.







