transmediale 2018
face value
Tagline: Festival fĂŒr Kunst und digitale Kultur
Venues: Haus der Kulturen der Welt (HKW)
Date: 28.01. – 02.02.2018
Organisation: Kulturprojekte Berlin GmbH
Website: https://2018.transmediale.de/

Things are what they are—but could they be different?

Die transmediale 2018 face value widmet sich einer Bestandsaufnahme, einer Erfassung der UmstĂ€nde unserer Zeit in ihrem Kern – um zu verstehen, wie man sie verĂ€ndern könnte. Im Vordergrund steht der Versuch, diejenigen Werte und Wertschöpfungsprozesse offenzulegen, die zu den extremen politischen, ökonomischen und kulturellen GrĂ€ben unserer Gegenwart beigetragen haben. Dabei möchte das Festival neue Möglichkeiten ausloten, sich der alarmierenden Entwicklung eines digitalen Populismus, der Radikalisierung der Netzkultur und neuen KulturkĂ€mpfen zu widersetzen und diese zu dekonstruieren.

Festivalthema

Durch reaktionĂ€re und algorithmisch gelenkte Kommunikationspraxen erscheint es im öffentlichen Diskurs mittlerweile normal, Dinge fĂŒr bare MĂŒnze zu nehmen [taking things at face value]. Mit der kommenden Festivalausgabe möchte die transmediale diese Tendenz hinterfragen und den Blick auf tiefer liegende, weniger offensichtliche Probleme richten, die sich durch alle Bereiche der Gesellschaft ziehen. Dazu zĂ€hlen bei Veranstaltungen zu digitaler Kultur kaum diskutierte Machtdifferenzen wie UngleichheitsverhĂ€ltnisse von class, gender und race, die auch in technologische Systeme implementiert werden. TatsĂ€chlich scheint die (post)digitale Kultur heute Hass schĂŒrenden, rassistischen und neokolonialen MĂ€chte eher einen fruchtbaren NĂ€hrboden zu bieten, als emanzipatorische Alternativen hervorzubringen. Das sollte jedoch kein Grund sein, sich nach einer mythischen Vergangenheit zurĂŒckzusehnen, in der angeblich das Internet frei und die digitale KreativitĂ€t ungebremst waren. Vielmehr ist eine Öffnung gegenĂŒber aufrĂŒttelnden, aber auch einenden kulturellen Praxen und mutigem spekulativen Denken vonnöten – ebenso wie eine selbstkritische Haltung und ein Bewusstsein dafĂŒr, dass nichts jemals so simpel ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Auch Kulturveranstaltungen wie die transmediale beziehen ihre EinflĂŒsse aus unterschiedlichen politischen Vorstellungswelten und Gemeinschaften, die zwar Widerstand leisten, aber zugleich eine Mitschuld an den Entwicklungen tragen, welche es so dringend aufzuhalten gilt.

In Anbetracht dieser aktuellen Herausforderungen und Paradoxien stellt sich die Frage, wie KĂŒnstler_innen, Kulturschaffende und Theoretiker_innen ihre eigenen Wertesysteme reflektieren – facing values – und darĂŒber hinaus auf die gegenwĂ€rtige Tendenz reagieren können, Dinge in erster Linie nach dem Ă€ußeren Anschein zu beurteilen – taking things at face value. Wie lassen sich Vorurteile und ausbeuterische Mechanismen als das benennen, was sie sind, um so neue Wege des Widerstands, der Dekonstruktion und der Überwindung zu entwerfen? Wie gewohnt bietet das Programm eine Vielzahl von kuratorischen Formaten und Arten des Wissensaustauschs, die einen zweifachen Ansatz verfolgen: Wert und Werte zu befragen und kulturellen Wandel vor dem Hintergrund von Ökonomisierung und sich verĂ€ndernden Wertekatalogen zu betrachten. Das kuratorische Konzept bringt Formate und Teilnehmer_innen aus allen Teilen des Programms in transversalen Kombinationen zusammen.

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festival impressions
ProgrammĂŒbersicht

Wie ĂŒblich umfasste das Programm eine Vielzahl kuratorischer Formate und Formen des Wissensaustauschs, die sich in einem zweigleisigen Ansatz vereinen: der Hinterfragung von Wert und Werten sowie der Betrachtung kultureller VerĂ€nderungen vor dem Hintergrund der Ökonomisierung und sich wandelnder Wertvorstellungen. Der kuratorische Ansatz bestand in einer transversalen Kombination von Formaten und Teilnehmern ĂŒber das gesamte Festivalprogramm hinweg. Die Konferenz nahm den face value als Ausgangspunkt, um die Krise der Politik, Werte und Bedeutungen in der heutigen ökonomisierten Welt zu thematisieren. Das Film- und Videoprogramm des Festivals prĂ€sentierte eine internationale Auswahl experimenteller, essayistischer und dokumentarischer Kurzfilme. Die Ausstellung Territories of Complicity untersuchte, wie verdeckte Systeme, technologische Infrastrukturen und Ausnahmezonen unsere wirtschaftlichen und soziopolitischen RealitĂ€ten prĂ€gen; die Gastausstellung A Becoming Resemblance befasste sich mit neuen Technologien zur Konstruktion genomischer IdentitĂ€t und ihrer Rolle in unserer heutigen Gesellschaft.

Journal
Team

Kristoffer Gansing Artistic Director, Daphne Dragona Conference Curator, Inga Seidler Exhibition Curator, Florian WĂŒst Film & Video Curator, Amelie Buchinger Program Coordination, Jakob Freese Program Assistant, Olga Wiedemann Program Assistant, Sibylle Kerlisch Production, Meret Kiderlen Event Management / Auditorium Performance, Sabrina KĂŒrzinger Event Management / Film & Video, Adam Asnan Stage Management, Christian KleinwĂ€chter Projectionist, Magdalena Ritter Administration & Finance, Ann-Christine Pilder Administration, Giulia Messia Participant Management, Lucas Gloe Intern Administration and Participant Management, Filippo Gianetta Marketing & Communications, Tabea Hamperl Press, Elvia Wilk Editor transmediale/journal, Maria Lechner Marketing, Judith Jung Communications, Natalie SchĂŒtze Communications, Ann-Kathrin Heidenreich Communications, Nicola Angelillis Info Counter; Technical Support by serve-u: Phillip SĂŒnderhauf, Andreas Buchholz, Marc Klische, Gregor Krajnik; Graphic Design by The Laboratory of Manuel BĂŒrger: Manuel BĂŒrger, Simon Schindele, Sebastian Holl-Trieu, Alexander Papoli-Barawati; Website Development by einskommanull: Sebastian Göbel, Laura Oldenbourg, Michael Scharnagl

transmediale Beirat Alex Adriaansens, Marie-Luise Angerer, Dieter Daniels, Micz Flor, Hito Steyerl, Moritz van DĂŒlmen, Ben Vickers, Hortensia Völckers

Support

Gefördert durch: Kulturstiftung des Bundes, Kultur Projekte Berlin, HKW, Medienboard Berlin Brandenburg, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung

Partner: CTM Festival, Creative Europe, Aarhus University, Winchester School of Art, Embassy of Canada, creative industries fund NL, Berliner Gazette, Edith Russ Haus, British Council

Sponsor: serve-u technical support, Eventbrite, BĂŒhnenverleih Frank von Wysocki GmbH

Media partner: flash art 50, neural, Le Monde diplomatique, Springerin, radioeins

Support: Goethe Institut, EMAP / EMARE, Aargauer Kuratorium, ZEM Brandenburgisches Zentrum fĂŒr Medienwissenschaften, University of Phoenix, Merz Akademie, Preussen Quelle, Echoo, IN-Berlin

Participants
  1. Agnes Blaha
  2. Agnieszka Polska
  3. Åke Karlung
  4. Alex Foti
  5. Amel OuaĂŻssa
  6. Ana Pečar
  7. Ana Teixeira Pinto
  8. Andrea Winkler
  9. Angela Nagle
  10. Anna-Sophie Springer
  11. Anne Reijniers
  12. Aria Dean
  13. Barbara Kuon
  14. Beatrice Fazi
  15. belit sağ
  16. Bernhard Cella
  17. Birgit Hein
  18. Broshuda (Haunter Records)
  19. CAMP
  20. César Escudero Andaluz
  21. Chikiss (Not Not Fun)
  22. Christoph SchĂŒchner
  23. convivial studio
  24. Dan McQuillan
  25. Danaya Chulphuthiphong
  26. Demystification Committee
  27. Dicey Studios
  28. Elly Clarke
  29. Emile Devereaux
  30. Eric Baudelaire
  31. Etienne Turpin
  32. Faisal Devji
  33. Florian WĂŒst
  34. Forensic Oceanography (Lorenzo Pezzani & Charles Heller)
  35. Françoise VergÚs
  36. Gaby Wijers
  37. Goo Goo Muck Analytics
  38. Iku Sakan (Japan Blues / Natural Sciences)
  39. James N. Kienitz Wilkins
  40. Jan Distelmeyer
  41. Jasmijn Visser
  42. Jaya Klara Brekke
  43. Jeanne Charlotte Vogt
  44. Jennifer Kamau
  45. Jillian C. York
  46. Johan van der Keuken
  47. John Torres
  48. Jonathan Beller
  49. Juliane Jaschnow
  50. Juri Schaden
  51. KABLAM
  52. Katerina Krtilova
  53. Kei Kreutler
  54. Kiri Dalena
  55. Labor Neunzehn
  56. Larry Achiampong & David Blandy
  57. Laura Henno
  58. Lauren Goshinski (VIA / Hot Mass)
  59. LIMA
  60. Lina Selander
  61. Lioudmila Voropai
  62. Lisa Nakamura
  63. Lisa Rave
  64. Lo King-wah
  65. Lozana Rossenova
  66. Magdalena Tyzlik-Carver
  67. Magnus Bugge
  68. Marc Garrett
  69. Marian Mayland
  70. Markus Zimmermann
  71. Marta Arniani
  72. MartĂ­n Nadal
  73. Martin Reinhart
  74. Matthias Bruhn
  75. Mechatok
  76. Megan Boler
  77. Michelle Williams Gamaker
  78. Mihaela Brebenel
  79. Nadia Idle
  80. Nate Boyce
  81. Nelly Y. Pinkrah
  82. Nelly Y. Pinkrah
  83. Nick Thurston
  84. Nina Power
  85. Olivier Zabat
  86. open intelligence lab
  87. Oscar Mangione
  88. Peter Zorn
  89. PHØNIX16
  90. Plan C
  91. PWR
  92. Rachel O’Dwyer
  93. Rob Jacobs
  94. Rosa Barba
  95. Ross Alexander
  96. Sarah Friend
  97. Sergey Schmidt
  98. Shaina Anand
  99. Sophie-Carolin Wagner
  100. spheres: Journal for Digital Cultures
  101. Stefanie Schroeder
  102. Sven LĂŒtticken
  103. Sybille KrÀmer
  104. Taiki Sakpisit
  105. Tan Chui Mui
  106. University of the Phoenix (Max Haiven & Cassie Thornton)
  107. Uta Meier-Hahn
  108. Vladan Joler
  109. Yin-Ju Chen
  110. Yuk Hui
  111. Yuri Pattison
  112. Zachary Formwalt
  113. ZiĂșr