transmediale 2000
Tagline: internationales medienkunstfestival berlin
Venues: Podewil
Date: 11.02 – 20.02.2000
Organisation: Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH
Website: Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH

Die transmediale 2000 befand sich im Jahrtausendwechsel: die ganze Welt spekulierte darauf, dass Computer abstürzen, Philosophien grundlegende Wendungen einschlagen und die Welt ihrem Untergang näher kommt.

Auch die Medienwelt veränderte sich, alles was früher materiell vorhanden war, Bücher, Zeitungen und sogar das technologisch weiterentwickelte Fernsehen, begab sich auf den Weg, digital zu erscheinen. Verdrängt wurde das Materielle zwar nicht, doch aber wurde es von überall auf der Welt in einem neuen Medium digital zugänglich gemacht. So dokumentierte die transmediale 00 das künstlerische Schaffen in einer medientechnologisch orientierten Kultur zum Beginn des neuen Jahrtausends.

Vorwort zum Festivalkatalog

Die Zahl 13 ist bei vielen Menschen nicht gerade beliebt - doch das ändert nichts daran, daß die transmediale in diesem Jahr zum 13. Mal stattfindet, auch wenn der neue Name erst bis zum Jahr 1997 zurück reicht.

transmediale 2000: Zugegeben, diese Zahl im Titel sieht eigenartig futuristisch aus und hört sich sehr bedeutsam an. Doch wir realisieren das Festival ganz bewußt ohne irgendein Millenniums-Super-Add-On-Special. Der große Wechsel findet auch zum neuen Jahrtausend nicht wirklich statt, das Festival war und bleibt auf der Flöhe der Zeit. Das Durchforschen der Medienterritorien und die Suche nach Neuem, das von Bedeutung und nicht modischer Hype ist und das „Transmediale“ dabei besonders In den Blickwinkel zu rücken, Ist ein zentrales Anliegen des Festivals.

Das Prinzip, mit Gastkuratoren zu arbeiten, haben wir ausgebaut. Der Wettbewerb ist fast ausschließlich auf 20.30 konzentriert, die folgenden screenings werden meist von oder in enger Zusammenarbeit mit einem internationalen Festivalleiter oder Verleiher gestaltet. Wir wollen so der transmediale mehr Farbigkeit verleihen. Die Einbeziehung der Wirtschaft ist gewachsen. Wir können mehr Sponsoren als jemals zuvor verzeichnen, neben dem Studentenpreis (zum zweiten Mal von ART+COM Berlin gestiftet), wird erstmalig der Hauptpreis von einer Firma gesponsort (K/PLEX Berlin). Einmal mehr stellen sich junge MultimediaFirmen aus Berlin vor, die versuchen, kommerzielle mit künstlerischen Ambitionen zu amalgamieren. Daß die Industrie- und Handelskammer Berlin diese Veranstaltung auf einem Medienkunstfestival unterstützt, belegt, daß die alten Trennungen von Kommerz und Kunst weiter verwischen und Berührungsängste abnehmen.

Grenzüberschreitungen auch in anderer Richtung: Seit mehr als zehn Jahren hat sich in Berlin eine international bekannte Szene von VJs etabliert, die regelmäßig in Klubs auftreten, teilweise mit wechselnden DJs. Diese Form von Videokunst läßt sich nur bedingt in ein Festival implementieren. So werden in einer presentation der transmediale im Podewil vier bekannte VJs die Prinzipien ihrer Arbeit vorstellen und so richtig intensiv wird es dann erst abends im club transmediale, in eigener Regie von Jan Rohlf, Marc Weiser und Remco Schuurbiers im ehemaligen „Haus des Lehrers“ gestaltet. Der Club transmediale Ist auch in diesem Jahr wieder der Versuch, diese Form von medialer Kunst in ein Festival zu integrieren.

Spannend auch ein anderer Ruck: bislang waren transmediale und Berlinale zwei getrennte Welten. Angesichts der Digitalisierung des Films muß auch „die große Schwester“ reagieren. Und so hat das internationale forum des jungen films, aus dem wir hervorgegangen sind, in diesem Jahr eine Lounge für junge Independents eingerichtet, die vor altem an den digitalen Welten interessiert sind. Wir freuen uns, ein wenig zum Schoß der Mutter zurückzukehren und mit als erste zu dem Programm im Sony-Haus beitragen können.

Im Kleinen also letztlich doch wieder viel Neues. Berlin, als Medienstandort in seiner Bedeutung zunehmend, braucht solch eine blühende Festivallandschaft, die einzelne Segmente von Medienkultur bedient und bei gegebenen Schnittstellen auch miteinander kooperiert.

Seit seiner Gründung macht das transmediale-Team dabei das Unmögliche möglich und stemmt mit einem kleinen Budget ein immer größer werdendes Medienkunstfestival aus der Überzeugung heraus, daß Medienkunst und -kultur eine außermuseale und lebendige Plattform brauchen.

Von unserem Anspruch her leben wir einen Spagat zwischen Underground und Flochkultur. Ob die Mischung auch diesmal gelingt, mögen unsere Besucher entscheiden.

Micky Kwella, Susanne Jaschko, Anke Hoffmann

  1. Virtual Art Space, transmediale 2000 Katalog Scan

  2. Media maniacs where do you want to go tomorrow?, transmediale 2000 Katalog Scan

  3. Virtual art space, transmediale 2000 Katalog Scan

Programmübersicht

Die transmediale 2000 präsentierte während ihres zehntägigen Programms verschiedene Räume und Bereiche: einen Virtual-Reality-Raum, eine Reihe von Medienkunstinstallationen, CD-ROM- und Internet-Kunstwerke, Präsentationen und Podiumsdiskussionen internationaler Künstler, Video- und Filmvorführungen und natürlich die transmediale-Nacht (früher die Lange Video Nacht genannt).

Preise

Aus 900 Einreichungen aus 35 Ländern in den Kategorien Videofilm, Netzkunst, CD-ROM und Installation wählte die internationale Jury die Gewinner der transmediale-Preise aus. Mitglieder der Jury waren: Stephen Vitiello, Electronic Arts Intermix, New York; Maria Vedder, Videokünstlerin und Professorin an der HdK, Berlin; Ulrich Anschütz, Programmdirektor TV bei SFBerlin; Tom van Vliet, Direktor WWVF, Amsterdam, und David Linderman, CEO fork unstable media, Hamburg.

transmediale award
Geteilt zwischen Paul Bush für das Video Furniture Poetry und Tim Macmillan für das Video Ferment.

transmediale Sachpreis
Julien Alma und Laurent Hart für Borderland.

transmediale Lobende Erwähnung
Verliehen an CLUB TRANSMEDIALE von Marc Weiser, Jan Rohlf, Remco Schuurbiers und allen teilnehmenden Künstlern und Unterstützern.

transmediale student award
Geteilt zwischen Ralph Ammer für Synchron (CD-ROM) und Gunter Krüger für Die Kybernetik der POIW (Video).

Festivalpublikationen

Die transmediale 2000 dokumentierte die sich wandelnde künstlerische Praxis in einer medientechnologisch orientierten Kultur zum Beginn des neuen Jahrtausends. Der Festivalkatalog enthält umfassende Informationen zu allen im Rahmen der transmediale 2000 stattfindenden Veranstaltungen sowie gezeigten Werke.

Team

Micky Kwella Direction, Micky Kwella, Susanne Jaschko, Anke Hoffmann Curators, Sylvia Drabits Assistant, Axel Bohse Media Art Installations Curator, Micky Kwella, Susanne Jaschko, Anke Hoffmann, Sylvia Drabits, Tom Sperlich, Marcelo Tas, Gilles Charalambos, Michael T. Riemel, Prof. Ulrich Weinberg, Thomas Dlugaiczyk, Prof. Wulf Herzogenrath, Tilman Baumgärtel, Safy (Assaf Etiel) Program, Micky Kwella, Safy (Assaf Etiel), Kathrin Becker Compilation Video, Susanne Jaschko, Timm Ringewaldt, Tilman Baumgärtel Compilation CD-ROM/Internet Projects, Brenda Osterwalder, Daniela Görig, Verena Veihl Compilation Student Works Video, Florian Thalhofer, Henry Wegener, Sebastian Handke Compilation CD-ROM/Internet Projects, Angelika Wieland Organisation, Claudia Tillmann Organisation Assistants, Karsten Höhnke Organisation Assistants, Wolf Siegert Promotion & Sponsoring, Flora Tálasi Fundraising, Christine Sievers Press, Pia Blum Press Assistant, Aliki Nassoufis Press Assistant, Christina Kempe Festival Coordination, Maximilian Stelzl Technical Support Podewil, Andreas Hader Technical Direction transmediale, Klaus Meier Networking, pRieview Exhibition Design, Götz Dihlmann, Norbert Stracke, Jan Jaskewic, Mario Arnold, Thomas Lehmen, Andreas Müller, Jürgen Pittdorf, Anke Eckart, Joachim Hupfer, Sven Nichterlein Exhibition Construction, Sylvia Drabits Website Editing, Die Gestalten, Franziska Schwarz Website Layout

Advisory Board Stefaan Decostere, Anne-Marie Duguet, John Hanhardt, Wulf Herzogenrath, Joachim Sauter

Support

gefördert durch: Hauptstadt Kulturfonds, Media European Commission, Berlin Senat

Medienpartnern: B1. Das Berlin-Fernsehen vom SFB, Berliner Zeitung, Berlin Online, DE:BUG, Flyer, I-D Media, Info Radio

Sponsoren: apple, art+ com, av.f medienprojekte, Barco, Border TV, British Council, Contrib.Net, Fujitsu Computers, Gate, IHK Berlin, Institut Français Berlin, K-Plex, Macro System, SGI, Suct, Telekom DE, Terratools, AVM, Hansa Computer, Marwin, PIK

Dank an: Goethe Institut Bogota, Foro Artistico, Medienkunstforum Hannover, Art Pro Media Hannover, Hotel Upstalsboom Friedrichshain, Königliche Niederländische Botschaft, Israelisches Generalkonsulat, Fons Régional d’Art Contemporain d‘Alsace, Agence Culturelle d’Alsace, Whanganui Polytechnic School of Design, Arts Council of the Republic of Ireland, Kulturkataster Kulturamt Mitte