| Venues: | Akademie der Künste |
|---|---|
| Date: | 13.02 – 24.02.1992 |
| Organisation: | MedienOperative |
Die Ausrichtung des VideoFests ‘91 war kantiger geworden: Im Programm fanden sich mehr Arbeiten, die formal und inhaltlich Irritationen schaffen, mehr Dokumentationen, die sich um formsprachliche Innovation und aufregende Inhalte bemühen; mehr Videos, die mit künstlerischen Mitteln soziale und politische Themen in ungewöhnlicher Weise reflektieren.
Vorwort zum Festivalkatalog
1991 -ein neuer Ort: statuier MedienOperative die Akademie der Künste zu Berlin (Ost).
1991 -ein zusätzlicher Programmschwerpunkt: Die Reihe "Akzente"-in ihr steht der kritische Diskurs über Videokultur an erster Stelle; Schwerpunkt'91: Das Symposion TVideo, dass das Verhältnis von Fernsehen und Video
befragt.
1991 -ein innovatives Angebot: Der "Markt", eine Trade-Show, ausschließlich für professionelle Anbieter und Nutzer.
Doch das VideoFest ist kein Insider-Festival – wir sind sehr stolz, 1990 neben knapp 200 akkreditierten Fachleuten tausende "normale" Zuschauer gezählt haben zu können.
1991: Das VideoFest ist kantiger geworden als das vom Vorjahr, mit mehr Arbeiten, die formal und inhaltlich Irritationen schaffen; mit mehr Dokumentationen, die sich um formsprachliche Innovation und aufregende
Inhalte bemühen; mit auffällig vielen Videos, die sich künstlerischer Mittel bedienen, um sozialkritische und politische Themen anders als üblich zu reflektieren.
Die Zahl der Spielfilme ohne Kinolänge hat zugenommen – spürbar wird ganz deutlich, daß – bei aller Eigenständigkeit – Video immer stärker die frühere Funktion des Kurzfilms übernimmt.-
Von Jahr zu Jahr ist das Interesse am VideoFest gewachsen, auch in den Medien. Die Gründe dafür liegen sicherlich in unserem sehr eigenen Programmprofil und in dem inhaltlich oderformal strukturierten Vorführangebot; in dem Bedürfnis, Neues aufzuspüren, aber auch jedes Jahr das Gesicht des VideoFests zu wandeln. Eine in jeder Hinsicht überaus positive
Bilanz. Dennoch wird dies vielleicht das letzte VideoFestsein. Seit 1988 haben die MedienOperative viel Geld und die Mitarbeiter des VideoFests unglaublich viel Energie, Arbeitskraft und Idealismus aufgebracht, um das Festival zu einem internationalen Ereignis werden zu lassen- Investitionen in eine mediale Zukunft, an die wir glauben.
Festivals sind ein Focus von Medienentwicklung, die der Subvention bedürfen. Wir danken dem Berliner Senat, der uns in diesem Jahr zum ersten Mal basisfinanziert.
Nur können wir das zwölftägige (in allen finanziellen Dimensionen bescheidene) VideoFest nicht mit einem Etat realisieren, mit dem andere Festivals zwei Tage bestreiten. Wir sind der Selbstausbeutung leid.
Knapp sind wir drei Wochen vor Festivalbeginn an den Kürzungen im
Kulturbereich vorbeigeschrammt, wenn auch mit Blessuren: Wegen Mittelkürzungen aus Berlin und vor allem Bonn mußten wir kurzfristig die Videoinstallationen absagen - z.B. Fabrizio Plessi aus Italien mit mehreren
Skulpturen wieder ausladen.
Es ist offen, ob es weitergeht. Doch zunächsteinmal bleiben wir im Jahr 1991: Ich
wünsche viel produktives Reiben am Programm.
Micky Kwella
Das Videofest wurde nach dem Vorbild von Fernsehprogrammen organisiert: Es begann mittags mit einem Akzente-Programm mit Schwerpunkt auf Diskussionen, gefolgt von einer Wiederholung des Hauptprogramms; das Informationsprogramm am Nachmittag stellte Videoinstitutionen vor, das Hauptprogramm am Abend präsentierte internationale Videos und der Late Nightflight konzentrierte sich auf spezielle Themen und Videos. Neben dem speziellen Symposium TVIDEO sollte das Programm hoffentlich produktive Kritik hervorrufen. Als Artist in Residence wurde Jon Alpert eingeladen, seine Dokumentarfilme vorzustellen.
Team
Micky Kwella Artistic Direction, Micky Kwella, Knut Gerwers Program, Rudolf Frieling Installations, Silke Lütke Organization, Pim Richter Business Management, Hartmut Horst Business Management MOB, Rudolf Frieling Communications, Margarete Kreuzer, Vera Ritter Office, Matthias Behrens Technical Support, Clemens Koch Screening
Support und Sponsoren
Amerika Hausm, Art Com, San Francisco - Carl Loeffler Auswärtiges Amt, British Council, Channel 4, Oowntown CommunityTelevision Center, Electronic Media Arts, Ex Nihilo, Film Institut der HdK Berlin-Jutta Brückner, Französische Botschaft, European Media Art Festival-Heiko Oaxl, Heure Exquise, internationales forum des jungenfilms, INA Institut National de L'Audiovisuel, ITT Nokia, Japan Foundation Köln, Keiko Sei z.Zt. Prag, London Video Access-Michael Maziere, Philip Morris, Senatorfürkulturelle Angelegenheiten Berlin, Shu Lea Cheang NYC, Video Gallery SCAN Tokio, Video (Zeitschrift), VideoVox, West London Media, Zitty (Stadtillustrierte)


