with Teresa Castro, Katja Davar, Rainer Mühlhoff
Moderated by Djamila Grandits
- Marie Luise Angerer Lecture 2026
Das Gespräch knüpft an die im SensingKolloquium unter der Leitung von Marie-Luise Angerer entwickelten Fragestellungen an und bringt sie in einen Dialog mit dringlichen zeitgenössischen Phänomenen sowie möglichen Interventionsformen. Der Titel spielt mit den unterschiedlichen Bedeutungen von Kognition – Wahrnehmen, Perzeption und Wissen – und lässt sich sowohl als Sensing (der übergreifende Rahmen) als auch als More Than Human Cognition (seine Spezifizierung) lesen, zugleich aber auch als eine einzige Setzung: das Wahrnehmen und Erkennen von Kognitionsformen jenseits des Menschlichen. Diese produktive Mehrdeutigkeit spiegelt den Geist des Kolloquiums wider und eröffnet einen Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden können.
Teresa Castro, Katja Davar und Rainer Mühlhoff nähern sich dem Wahrnehmen als einem weiten Feld, das Prozesse des Wahrnehmens, Verarbeitens, Sich-Beziehens und Kontrollierens mehr-als-menschlicher Agency umfasst. Diese Fragen reichen über Technologie im engeren Sinne hinaus und entfalten sich entlang mehrerer Dimensionen. Im Zentrum der Diskussion stehen drei zentrale Facetten des Mehr-als-Menschlichen: pflanzliches Leben, tierisches Leben und technologische Kognition mit einem Fokus auf KI. Welches Verständnis von „mehr-als-menschlicher Kognition“ ist hier wirksam? Wie wird das Mehr-als-Menschliche imaginiert, und innerhalb welcher künstlerischen, politischen oder sozialen Rahmen? Moderiert wird das Gespräch von Djamila Grandits.
Die 2025 initiierte Marie-Luise Angerer Lecture erinnert an die herausragende Medien- und Kulturwissenschaftlerin, deren Arbeiten zu Affekt, Technologie und Gender neue Perspektiven eröffnet haben. Bekannt für ihren interdisziplinären Ansatz, untersuchte Angerer stets kritisch die Schnittstellen von Medien, Körperlichkeit und Kunst und eröffnete neue Perspektiven darauf, wie Technologie menschliche Erfahrungen und Beziehungen vermittelt. Angerer hat über Jahre hinweg aktiv zum Programm des Festivals beigetragen und war von 2010 bis 2020 Mitglied des Beirats der transmediale. Durch ihre Texte, ihre Lehre und unzählige kollaborative Projekte hinterließ Angerer ein bedeutendes Vermächtnis, das die Medienwissenschaften, Kulturtheorie und darüber hinaus nachhaltig prägt. Mit dieser Veranstaltung möchte transmediale Marie-Luise Angerer (1958–2024) als langjährige Verbündete und Unterstützerin des Festivals in Ehren und gleichzeitig ihren theoretischen und thematischen Einfluss im Festivalprogramm für die Zukunft präsent halten.
Die Marie-Luise Angerer Lecture wurde 2025 initiiert und ist eine Zusammenarbeit zwischen transmediale und den Medienwissenschaften (EMW) der Universität Potsdam sowie der Fachhochschule Potsdam. Zusätzliche Unterstützung erfolgt durch das Österreichische Kulturforum Berlin.