Die Künstler Morehshin Allahyari und Daniel Rourke sind die Artists-in-Residence der Vilém Flusser Residency Program for Artistic Research 2016 in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin (UdK). Das Vilém Flusser Residency Program for Artistic Research 2016 ermöglicht es den Künstlern, ihr Projekt #Additivism durch eine Serie von Workshops weiterzuentwickeln und ihr ehrgeiziges 3D Additivist Cookbook fertigzustellen, welches verwandte Projekte zusammenführt und die weitere Verbreitung der #Additivist Methodologie vereinfacht.
#Additivism leitet einen kritischen Ansatz zum 3D-Druck ein – einer Technologie, der allzu oft der Hypefaktor der maker culture anhaftet. Additivismus bietet eine zeitgemäße Antwort auf das (Post-)Anthropozän, in dem die originäre Handlungsmacht menschlichen Schaffens infrage gestellt wird, sowohl durch maschinelle Automatisierung als auch durch Umweltkrisen. Als bastardierte Methodologie, angesiedelt zwischen Akzelerationismus und Subversion, bringt es Kunst, Design und Ingenieurwissenschaft in einer radikalen Mischung zusammen, deren Zweck nichts Geringeres als eine Neuformulierung unserer Welt ist. Dieser Ansatz, der die Konkretisierung der algorithmischen Abstraktion im 3D-Druck ermöglicht, bildet einen starken Nachhall auf Vilém Flussers Ansichten zum technischen Bild.
Für Flusser ist die Kapazität des technischen Bilds – einem zentralen ontologischen Konzept innerhalb seiner Medientheorie – diese „Konkretisierung der algorithmischen Abstraktion“. Anders als traditionelle Bilder repräsentieren technische Bilder nicht die Welt. Aufgrund von Prozessen der Analyse, Kalkulation und Computerberechnung sind technische Bilder Projektionen von abstrakten Konzepten. Flusser glaubte, eines Tage werde es auf kognitiver Ebene zwischen konkreten Objekten und sogenannten Simulationen keinen Unterschied mehr geben:
At the same time Flusser believed that such new technologies which enable the creation of new worlds should be deployed as to promote liberation: to break out of the capitalist pre-determined structure of the program and to experimentally try out new possibilities; to not become a “functionary” of the program but a creative “player” against its determinations.
The Vilém Flusser Residency Program for Artistic Research 2016 will enable the artists to develop their project of #Additivism through a series of workshops and the completion of their ambitious 3D Additivist Cookbook that will both collect neighbouring projects and facilitate the further distribution of the #Additivist methodology.
jury
Inke Arns, Kristoffer Gansing, and Daniel Irrgang
credits
Das Residency Program ist eine Kooperation zwischen dem Vilém Flusser Archive an der Berliner Universität der Künste (UdK) und der transmediale.




