Luiza Prado de O. Martins ist Artist-in-Residence der Vilém Flusser Residency for Artistic Research 2019 in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin (UdK). Sie wird ihrem Projekt The Councils of the Pluriversal: Affective Temporalities of Reproduction and Climate Change entwickeln.
Während ihrer Residency beruft Prado “Councils of the Pluriversal” ein – eine Reihe von Veranstaltungen mit Aktivistinnen, Künstlerinnen, Denker*innen und den Ältesten marginalisierter Gruppen aus nördlichen Nationen und dem globalen Süden, um Verschränkungen zwischen Klimawandel, Reproduktion, Herkunfts- und Zukunftsgeschichten, Land und Zugehörigkeit sowie radikalen Formen der Fürsorge zu diskutieren. Prados Praxis aktiviert die oft unsichtbaren Gegen-Geschichten der Ausbeutung aus dem Globalen Süden sowie von unterrepräsentierten Communities in nördlichen Nationen.
Besonders beeindruckt war die Jury von Prados poetisch-politischem Ansatz, demzufolge Exzess eher einen Grund für neue Fürsorge- und Solidaritäts-Praktiken schafft als Konsens. Prado enagagiert sich stark für emanzipatorisches und ermächtigendes Handeln, insbesondere für indigene Frauen in Brasilien. Im Zusammenhang mit dem reaktionären politischen Wandel – nicht nur in Brasilien, sondern in ganz Europa und auf der ganzen Welt – der vor allem Frauen und Minderheiten betrifft, hält es die Jury für besonders wichtig, Forschung in dieser Richtung zu unterstützen.
Flussers Worte von 1967 sind noch immer aktuell:
Luiza Prados Projekt verweist auch auf eine vielversprechende feministische Kritik an Flussers emanzipatorischem Dialogismus und treibt die von ihm gelobte Intersubjektivität zu ihrer politischen Apotheose.
jury
Kristoffer Gansing, Baruch Gottlieb, and Maren Hartmann
credits
Das Residency Programm ist eine Kooperation zwischen dem Vilém Flusser Archiv an der Universität der Künste Berlin (UdK) und der transmediale, Festival für Kunst und digitale Kultur.
