resident
2026 ARKO Residency
in Kooperation mit Arts Council Korea

Ahreum Lee ist die Artist-in-Residence der transmediale x ARKO Residency 2026. WĂ€hrend der Residency imaginiert Ahreum digitale Infrastrukturen neu – durch Gesten bewusster Langsamkeit und rituelle Akte des DatenfĂŒtterns. Ausgehend von dem oft unsichtbaren Wasserverbrauch als KĂŒhlmedium innerhalb technologischer Systeme kehrt sie diese OpazitĂ€t um, indem sie Wasser in ein Medium der Information transformiert.

  1. My Mother is Data, Ahreum Lee, Installation view at Centre Clark.

  2. Magic Mother, Ahreum Lee, installation view at Pop Montréal Festival

Data Feeding: Slow Machine

In ihrer zweiten Ausgabe wurde die Residency in Kooperation mit ARKO an Ahreum Lee vergeben. Aufbauend auf und ĂŒbersetzend aus ihrer langfristigen Forschung zu Raum wird Lee eine interaktive Installation entwickeln, die digitale Infrastruktur durch bewusste Langsamkeit neu imaginiert und Wasser als zentrales Medium einsetzt.

Kommerzielle Rechenzentren verbrauchen jĂ€hrlich ĂŒber 200 Terawattstunden Strom und rund 626 Milliarden Liter Wasser; dennoch bleiben ihre Architekturen und RessourcenflĂŒsse weitgehend verborgen. Data Feeding: Slow Machine setzt dieser OpazitĂ€t etwas entgegen, indem Wasser – gewöhnlich ein unsichtbares KĂŒhlmedium – sowohl zur Lebensquelle als auch zur Informationsquelle wird und eine fragile, sichtbare und fĂŒrsorgebasierte Alternative gegenĂŒber den geschwindigkeits- und effizienzgetriebenen Logiken vorschlĂ€gt.

Die Arbeit nĂ€hert sich digitaler Infrastruktur durch Techno-Animismus und durch die Logik des koreanischen Jesa-Rituals, in dem PrĂ€senz durch Akte des Darbringens aufrechterhalten wird. Das Ausgießen von Wasser wird zur verkörperten Anerkennung der planetaren Arbeit, die das digitale Leben trĂ€gt – und macht FĂŒrsorge nicht nur zur Metapher, sondern zum Funktionsprinzip des Computings selbst. Die partizipative Installation ist nur in Betrieb, wenn sie mit Wasser gespeist wird. Sie ermöglicht es den Teilnehmenden, zu einem sich entwickelnden Archiv beizutragen, das nur so lange zugĂ€nglich bleibt, wie das System aufrechterhalten wird. WĂ€hrend das Wasser zirkuliert, wird das Archiv ĂŒber ein dezentrales lokales Netzwerk zugĂ€nglich gemacht. Slow Machine imaginiert eine verteilte Konstellation von Schreinen, die als langsames, gemeinschaftszentriertes Rechenzentrum funktionieren. Es ist eine Geste in Richtung technologischer ZukĂŒnfte, in denen Infrastrukturen transparent, reziprĐŸk und ökologisch sind, anstatt verborgen und extraktiv.

Jury

Anne Duk Hee Jordan, artist; Taiyun Kim, curator of Art+Tech Incubator at Hyundai Artlab; and Anna-Lena Panter for transmediale.

credits

transmediale x ARKO residency, in Kooperation mit Arts Council Korea

  1. Ahreum Lee, Data Feeding: Slow Machine, transmediale open studio 2026

  2. Ahreum Lee, Data Feeding: Slow Machine, transmediale open studio 2026

  3. Ahreum Lee, Data Feeding: Slow Machine, transmediale open studio 2026

  4. Ahreum Lee, Data Feeding: Slow Machine, transmediale open studio 2026