Haus der Kulturen der Welt (HKW)
1 â 6 February 2011
Kaum eine andere Medientechnik hat unsere Vorstellung der Einheit von Raum und Zelt so dekonstrulert wie die Filmmontage. Sie verbindet scheinbar entlegendste RĂ€ume und streckt, dehnt oder parallelisiert den Ablauf der Dinge.
So schaffe sie nicht nur die âDynamisierung des Raumesâ und âVerrĂ€umlichung von Zeitâ (Erwin Panofsky, 1936), sondern auch eine neue Wahrnehmung von âGleich-zeitigkeitâ und âUniversalismusâ, die das eigentliche LebensgefĂŒhl des modernen Menschen ausmache (Arnold Hauser, 1953). Fernsehen und Internet haben die ohnehin schon hochgradig verdichtete Information allgegenwĂ€rtig gemacht. SyncExistence, das Film- und Videoprogramm der transmediale.11 reflektiert diesen Prozess um die universale Bilderstrommaschine in einem Bogen, der in der Sowjetunion von 1927 mit der rasant geschnittenen âAppropriationsâ-Komödie Der Kuss der Mary Pickford beginnt, ĂŒber das erste, noch langsame Fernsehen des nationalsozialistischen Deutschlands fĂŒhrt, und sich in den intensiven kĂŒnstlerischen Auseinandersetzungen der 1960er Jahre fortsetzt. Weiterhin wurden aus aktuellen Arbeiten Programme zusammengestellt, die sich dem Thema von verschiedenen, zeitgenössischen Problemstellungen nĂ€hern. Specials zu Lynn Hershman Leeson, einer der Pionierinnen der interaktiven Kunst und dem Award Nominee aus Singapur Ho Tzu Nyen und das Projekt Arab Shorts beschlieĂen das Programm. Auch dieses Jahr gibt es im Anschluss an die Screenings Gelegenheit, einer Reihe anwesender Regisseure und Filmemacher Fragen zu stellen.




