Conference
BODY:RESPONSE
Biomedial Politics in the Age of Digital Liveness
In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung
Haus der Kulturen der Welt (HKW)
3 – 6 February 2011
Biopolitics is a modelling of the biological body and of the social body.
Franco Berardi
  1. Derrick de Kerckhove at "Social ID - Focus Discussion"

  2. Heath Bunting at "Social ID - Focus Discussion"

  3. Impression from "Social ID - Focus Discussion"

  4. Salvatore Iaconesi at "Social ID - Focus Discussion"

  5. Impression of "Digital Liveness – Realtime, Desire and Sociability"

  6. Impression of "Digital Liveness – Realtime, Desire and Sociability"

„Wir sind mit der ganzen Menschheit verflochten und die ganze Menschheit mit uns", prophezeite Marshall McLuhan vor fast 50 Jahren. Heute sind wir dank der unterschiedlichen Formen von Echtzeitmedien und -netzwerken in der Lage, ĂŒberall und gleichzeitig zu sein. Diese Hyper-PrĂ€senz ist zu einem zentralen Aspekt unserer sozialen Praxis geworden. Jetzt, hier und zugleich online zu sein verĂ€ndert dabei die Art und Weise wie wir wahrnehmen und handeln, beziehungsweise wie wir miteinander umgehen und zusammenarbeiten; es verĂ€ndert unser VerstĂ€ndnis von Körperlichkeit und PrĂ€senz als Individuum und in der Gemeinschaft. Welche Auswirkungen hat dieser hybride, transformale Zustand der digitalen Liveness auf die IdentitĂ€tskonzepte unserer Gesellschaft?

Die digitale Liveness verĂ€ndert grundlegend die Beziehung zwischen Körper und Technologie, zwischen Individuum und Gemeinwesen. Die geschlechtlichen und biogenetischen Merkmale des biologischen Körpers ebenso wie die juristische Definitionen des sozialen und politischen Körpers geraten in Bewegung und mĂŒssen um die kybernetischen, kognitionspsychologischen und affektiven QualitĂ€ten der digitalen Liveschaltung unserer Gesellschaft erweitert werden. Welches neue Subjekt soll heute entstehen?

Vor diesem Hintergrund mĂŒssen wir die Bedeutung des Politischen neu denken, nĂ€mlich als FĂ€higkeit (ABILITY) in die infogenetische Beziehung zwischen Körper, biomedialem Universum und der Ökologie unseres Bewusstseins einzugreifen (RESPONSE).

Unter dem Titel BODY:RESPONSE – Biomediale Politik im Zeitalter der digitalen Liveness untersucht die Konferenz der transmediale.11 die bio- und psychopolitischen Machtkonfigurationen im Webzeitalter, welche sich durch die zunehmende Biologisierung der Medien (Immersion, TaktilitĂ€t) und die kommunikationstechnologische Hybridisierung virtueller und realer RĂ€ume ergeben (etwa in ortbasierten sozialen Netzwerken wie 'Foursquare').

Wie kann man in dieser neuen politischen Konfiguration die Disposition zum Handeln mobilisieren? Wie können Formen des Widerstandes und der Unterwanderung biopolitischer Machtstrukturen aussehen, die den biologischen und sozialen Körper in den Mittelpunkt ihres Anspruches auf Macht und Kontrolle stellen?

Track 1: Bios und PrÀsenz

Hier werden unterschiedliche Modi medialer, vernetzter und leiblicher PrĂ€senz diskutiert sowie kĂŒnstlerische Praxisformen prĂ€sentiert, die sich mit der sozialen Dynamik von Distanz und TeleprĂ€senz sowie der Produktion von AuthentizitĂ€t und IdentitĂ€t beschĂ€ftigen.

Track 2

Dieser Track widmet sich der Biomacht, die das Leben selbst ins Zentrum neuer politischer Machtwirkungen und ökonomischer Strategien rĂŒckt. Das, was uns scheinbar als individuelle und autonome Persönlichkeit definiert - unsere kognitiven, emotionalen und relationalen FĂ€higkeiten - werden mehr und mehr zum Gegenstand neue Formen der ProduktivitĂ€t. ’Kognitiver Kapitalismus’ und ’immaterielle Arbeit’ sind Begriffe, die hier diskutiert werden.

Track 3: Bios und Technologie

fragt schließlich, wie der Körper selbst eine solche digitale (Um-)Welt erfahren und adaptieren kann. Hier wird der Affekt als Medium zwischen Körper und Technologie untersucht, das im Hinblick auf das post- humane KrĂ€ftespiel zwischen Herrschaft und Subjekt, Wissen und Verteilung neue HandlungsrĂ€ume öffnet.