Haus der Kulturen der Welt (HKW)
30 January â 3 February 2008
Seitdem die Bilderberg Gruppe, ein informeller Bund ökonomischer, politischer und kultureller Super-EntscheidungstrĂ€ger sowie einflussreicher Medienvertreter, erstmals 1954 im exklusiven Hotel Oosterbeek Hotel de Bilderberg in den Niederlanden zusammengekommen ist, gehören ihre jĂ€hrlichen Treffen zu den am besten gehĂŒteten Geheimnissen der Welt. Initiiert von dem polnischen Emigranten Joseph Hieronim Retinger (1888â1960) und unterstĂŒtzt durch den niederlĂ€ndische Prinz Bernhard (1911â2004) versammelte sich die Gruppe vor allem, um Ăngsten vor dem Verlust des amerikanischen Einflusses in Westeuropa wĂ€hrend des Kalten Krieges etwas entgegen zu setzen.
Die transmediale.08 hat eine Ă€hnlich bedeutende Gruppe von KĂŒnstlern, Aktivisten und Forschern zu einem eigenen, ,gegen-konspirativenâ Bilderberg Salon eingeladen. Jede der fĂŒnf tĂ€glichen Sitzungen wird von einem speziellen Gast geleitet und prĂ€sentiert, und ermöglicht im Rahmen eines offenen Austauschs Einblicke in das Hinterzimmer der taktischen Informations- und Kommunikationsarchitektur unserer Zeit.
The PeenemĂŒnde Salon
Geleitet von xxxxx
xxxxx wird eine Reihe von Forschungsergebnissen verschiedener KĂŒnstler und Gruppen vorstellen, die an historisch bedeutenden, spekulativen und technologisch-illusionĂ€ren Orten arbeiten. Derartige, mit zahlreichen Kurzformeln (z.B. W.A.S.T.E.) bezeichnete strategische OperationsrĂ€ume, schaffen die Vorraussetzungen fĂŒr wissenschaftliche Recherchen und performative Handlungen, in denen sowohl theoretische wie auch praktische Strategien fĂŒr zeitgenössische konspirative und paranoide Techniken Umrissen werden.
TRANSITformations Salon
Geleitet von Kyd Campbell (Montreal)
Die Ansammlung von Menschen im öffentlichen Raum zwingt uns in ein andauerndes VerhĂ€ltnis flĂŒchtiger Begegnungen. Wir laufen Gefahr, unsere körperliche, sinnliche Wahrnehmung im Oszillieren zwischen amorphen Raumbedingungen und mechanistischen Bewegungsmustern zu verlieren. Es ist kein Geheimnis: diese SalongĂ€ste wollen Sie dazu bewegen, ihnen zuzuhören; sie wollen Sie verĂ€ndern. Es geht ihnen darum, MöglichkeitsrĂ€ume zu öffnen, die Sie befĂ€higen, bewusst Entscheidungen zu treffen und Strukturen fĂŒr ein flexibles und strategisches Handeln zu schaffen.
The Co-opting strategies Salon
Geleitet von Nat Muller (Rotterdam)
Focusing on the creation of a new public context for technological art, the salon will explore strategies for trans-disciplinary collaborations at the intersections of aesthetics and intimacy, technology and politics. Through the projection of work beyond the confines of a Western cultural lens, direct interaction with an erratic process of media speculation place art into the role of surrogate cultural negotiator.
The Lud/d/ic Society Control Room
Geleitet von Marguerite Charmante (Zurich)
âIs it OK to be a Luddite?" (Thomas Pynchon, 1984) Im freien Umgang mit geistigen und kulturellen Errungenschaften taucht immer wieder die Frage auf, wo politische und ökonomische Kontrollversuche beginnen, und wo sie enden. Es geht heute um den Versuch, Taktiken zu entwickeln, sich diesem Zugriff zu entziehen.
The Bilderberg Future_Brunch 101
Geleitet von Federico Bonelli (Amsterdam)
Bonelli entwirft ein futuristisches Szenario im Geiste Marinettis... eine Zukunft, die nahe an der Auflösung ins Nichts ist. Mit wahnwitzigem Optimismus schlagen wir gegen das Tor der Unmöglichkeiten. Es öffnet sich einen SpaltenthĂŒllt einen chaotischen kleinen Garten...
Conspirational Behaviour: Who is Terrorising Whom?
Sonderveranstaltung
Der Sozialwissenschaftler Andrej Holm (Humboldt-UniversitĂ€t) wurde am 31. Juli 2007 festgenommen. Ausgangspunkt fĂŒr die Im Folgenden eingeleiteten Ermittlungen wegen Terrorismus waren unter anderem seine Texte ĂŒber Gentrifizierung, die ihn mit der .Militanten Gruppe' In Verbindung brachten. Anne Roth begann ein Weblog, in dem der Fall und seine Folgen diskutiert werden. Er ist mittlerweile ein internationales Forum geworden, das die Verbindung herstellt zwischen den realen Gefahren fĂŒr Meinungs- und Bewegungsfreiheit und einer wachsenden Unsicherheit des Staates, dessen Funktion es eigentlich wĂ€re, diese Grundrechte zu garantieren.
