| Tagline: | Festival für Kunst und digitale Kultur |
|---|---|
| Venues: | Akademie der Künste |
| Date: | 31.01 – 04.2.2007 |
| Organisation: | Kulturprojekte Berlin GmbH |
| Website: | https://pastwebsites.transmediale.de/site07/festival-2007.html |
unfinish! verlangte scheinbar abgeschlossene Prozesse wieder zu öffnen und stellte die Endlichkeit in Frage, um jeder Situation ihre potentielle Vielfältigkeit bewusst zu machen. Offenheit für Veränderung und die Umkehr von getroffenen Entscheidungen waren maßgebliche Kriterien des Festivals; es konzentrierte sich auf den Punkt, an dem Festgefügtes erneut in die Schwebe gebracht wird, und fragte nach der Bedeutung von Kontinuität und Veränderung. unfinish! ist der Schlachtruf und der Fluch der digitalen Arbeit, die keinen Abschluss, sondern nur aufeinanderfolgende Versionen kennt. Ein Paradigma digitaler Kultur?
Are you ready to unfinish your world?
Festivalthema
Das Thema der transmediale.07 unfinish! befragt das Terrain menschlichen Handelns und künstlerischer Praxis zwischen Offenheit, Endlichkeit und Abschließung.
unfinish! ist zugleich Schlachtruf und Fluch der Arbeit mit digitalen Medien, die keinen Abschluss, sondern nur aufeinander folgende Versionen kennt. Ist dieses ‘Unbeenden’ ein Paradigma digitaler Kultur?
Der moderne Fortschrittsglaube lehrt die Überzeugung, dass sich alles in einem ständigen Prozess der Veränderung und Verbesserung befindet. Prozessualität, Unabgeschlossenheit und die Verweigerung eines ‘Werks’ sind zu ungefragt positiven Qualitäten künstlerischer Arbeit geworden. Dahinter steckt ohne Zweifel auch der Wunsch, alle Möglichkeiten in der Schwebe zu halten, und die Angst vor der Irreversibilität unserer Entscheidungen. Im Gegensatz dazu behauptet die anti-darwinistischen Hypothese vom ‘ Intelligent Design’, dass die biblische Schöpfung abgeschlossen sei - eine vor-moderne Art der Leugnung von Geschichte als Prozess, der eine radikale Philosophie der Offenheit entgegen zu setzen ist.
Künstlerische Arbeit zeichnet sich durch ihre Bereitschaft aus, scheinbar abgeschlossene Prozesse immer wieder zu öffnen und ihre vielfältigen Potenziale neu auszuspielen, notwendige und scheinbar überflüssige Fragen immer wieder anders zu stellen. Die transmediale.07 untersucht unter dem Motto unfinish! künstlerische Prozesse, die offen sind für Veränderung und die Umkehrung einmal getroffener Entscheidungen. Das Festival konzentriert sich auf den Punkt, an dem Festgefügtes erneut in die Schwebe gebracht wird, und fragt nach der Bedeutung von Kontinuität und Veränderung.
Im Rahmen von transmediale*20 bot das Programm der transmediale.07 in Ausstellung, Wettbewerb und im Film- und Videoprogramm, wie auch im Konferenz- und Salon-Programm zahlreiche künstlerische Reaktionen auf die Aufforderung zum ‚unfinish!’. Die Konferenz beschäftigte sich mit dem Phänomen der Endlichkeit in Kunst, Wissenschaft, Architektur, Informatik und Politik, während in der Ausstellung der ergebnisoffene künstlerische Umgang mit technischen Apparaten ebenso eine Rolle spielte wie die ästhetische Reflexion über der Wiederholbarkeit und Umkehrbarkeit physikalischer Prozesse.
Vorwort zum Festivalkatalog
Die transmediale findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt und richtet ihren Blick unter dem Motto ‘unfinishl’ zugleich rückwärts auf die Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen Kunst und Medien, und voraus auf die neuen Herausforderungen, die sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit der von digitalen Technologien geprägten Gegenwart stellen. Bei jedem der vergangenen Festivals stand das Bemühen im Vordergrund, die gesellschaftliche Bedeutung von neuen Technologien zu reflektieren und künstlerische Arbeiten zu präsentieren, die diese Reflexion in exemplarischer Weise leisten - ob anfangs vor allem in Hinsicht auf das Verhältnis von Videokultur und Film, dann mit Blick auf das Entstehen neuer Strukturen im Fernsehen, oder später die Entwicklung von Multimedia und digitaler Kultur. Stets hat dabei die kritische Eigenständigkeit und kulturelle Interdependenz der Kunst im Zentrum gestanden, eine Tradition, die wir auch mit dem diesjährigen Festival fortsetzen - und der wir mit der Aufforderung zum ‘Unbeenden’ eine unbestimmte Perspektive auf die Zukunft eröffnen wollen.
Neben einer Reihe von Veranstaltungen zum Schwerpunkt ‘tm*20' präsentieren wir die bisherige Geschichte in einem umfangreichen Registerband, der die Teilnehmerinnen und die Projekte der letzten 20 Jahre dokumentiert und hoffentlich eine anregende Lektüre bietet. Darüber hinaus bietet das Programm der transmediale.07 in Ausstellung, Wettbewerb und im Film- und Videoprogramm, wie auch im Konferenz- und Salon-Programm zahlreiche künstlerische Reaktionen auf die Aufforderung zum ‘unfinish!’.
Dass die transmediale diese Arbeit auf einem Niveau leisten kann, das in ganz Europa als herausragend anerkannt wird, ist zuerst der dauerhaften Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes zu verdanken, sowie der kontinuierlichen Kooperation mit privaten und öffentlichen Partnern: Die Bundeszentrale für politische Bildung ermöglicht die Verwirklichung einer hochrangigen internationalen Konferenz, während das Medienboard Berlin-Brandenburg die regionale und überregionale Profilierung der transmediale zum wiederholten Male unterstützt. Das Auswärtige Amt und das Goethe Institut helfen uns bei der Einladung zahlreicher Künstlerinnen aus aller Welt, während BTL die Veranstaltungstechnik bereitstellt und IN-Berlin dafür sorgt, dass die transmediale auch im Zeitalter des Spam immer online bleibt. Botschaften, Kulturinstitute, Stiftungen und verschiedene nationale Regierungen ermöglichen wichtige Teile des Programms und unterstützen darüber hinaus unsere Partnerveranstaltungen in der Stadt. Die Trägergesellschaft der transmediale hat sich 2006 vergrößert und arbeitet jetzt als öffentlicher Kulturdienstleister unter dem Namen Kulturprojekte Berlin GmbH. In Kooperation mit der Akademie der Künste bildet sie das organisatorische Rückgrat des Festivals.
Andreas Broeckmann
Die Jury des diesjährigen Wettbewerbs bestand aus Ellen Pau, Mike Stubbs, Inke Arns, Eva De Groote und Miguel Leal. Der Künstler Herman Asselberghs erhielt den ersten Preis für sein Werk Proof of Life, der zweite Preis wurde zwischen Antoine Schmitt für still living und Tim Shore für Cabinet aufgeteilt.
Team
Andreas Broeckmann Artistic Director, Thomas Munz Editor & Program Curator, Magdalena Rothweiler Festival Management, Sibylle Kerlisch Production, Laleh Torabi Design & Public Relations, Achim Müller Development & Sponsoring, Annette Schäfer Press, Valeska Bührer Associate Curator, Brinda Sommer Associate Editor, Susanne Bernstein Assistant Press, Federica Cozzini Assistant Festival Organization, Tina Ebner Assistant Festival Management, Katrin Herold Assistant Program/Film & Video, Philipp Modersohn Assistant Program, Elena Morra Assistant Program, Maximilian Zuzak Assistant Public Relations, Christine Korte Copy Editing; Technical Directors serve-u: Phillip Sünderhauf, Andreas Buchholz, Assistants to the Technical Directors Ludmila Demke, Marc Klische, Interior Festival Design Maaskant: Ruth M. Lorenz, Felix Forthmeijer; Web Design Mint: Tristan Thönnissen, Julian Furtkamp; Britt Dunse Video Trailer, Kassian Troyer Sound Video Trailer
Advisory Board Alex Adriaansens, Wulf Herzogenrath, Joachim Sauter, Yukiko Shikata, Siegfried Zielinski
Support
gefördert durch: Kulturstiftung des Bundes
Sponsoren: Bundeszentrale für politische Bildung, Medienboard Berlin-Brandenburg, BTL Die Technie für Veranstaltung
Mediebpartnern: arte, DE:BUG, radioeins, die tageszeitung, Telepolis, Zitty
Partnern: IN-Berlin, Goethe Institut, Friedrich-Ebert-Stiftung, Auswärtiges Amt, Gahrens + Battermann, SAP, art+com, Embassy of Canada, Embassy of Spain, Embassy of USA, Embassy of the Kingdom of the Netherlands, Österreichisches Kulturforum in Berlin, Offener Kanal Berlin
Support: Polnisches Institut, Renolit, Vitra., Big Image, ECHOO Konferenz Dolmetschen
Im Rahmen der transmediale* 20 bot das Programm der transmediale.07 viele verschiedene künstlerische Antworten auf das Festival-Thema, die in der Broschüre zu finden sind. Neben einer Reihe von Veranstaltungen zum Schwerpunkt der tm* 20 präsentiert die transmediale ihre bisherige Geschichte in einem umfassenden Band, der die Teilnehmer und Projekte der letzten 20 Jahre dokumentiert und hoffentlich sowohl Einblicke als auch Neugier weckt.

