| Tagline: | international media art festival |
|---|---|
| Venues: | Podewil |
| Date: | 05.02 – 11.02.2001 |
| Organisation: | Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH |
| Website: | transmediale.01 |
Aus passiven Medienkonsumenten wollte die transmediale.01 aktive Produzenten machen: Künstlerische und medientechnologische Strategien sollten von den Besuchern benutzbar gemacht werden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst und vor Ort Kunst zu gestalten. Somit reflektierte DIY [do it yourself!] die emanzipatorische Tendenz des Selbermachens auf medienkünstlerischer Ebene.
Festivalthema
Mit der Einführung neuer elektronischer und digitaler Medien ist immer wieder das Versprechen verbunden gewesen, dass die Nutzer von Medien zu aktiven Produzenten werden - von Brechts Radiotheorie über die Entwicklung des Video als Alternative zu teuren Film- und Fernsehproduktionen in den 60er und 70er Jahren, bis hin zu den Camcorder- und Internet-Revolutionen der 90er Jahre. Während diese Hoffnungen gesamtgesellschaftlich immer nur zum Teil erfüllt wurden, hat sich im Laufe der letzten zehn Jahre mit Hilfe neuer, preiswerter digitaler Technologien eine Kultur des Selbermachens entwickelt, die tatsächlich eine wachsende Zahl von Menschen die Möglichkeit bietet, ihre medialen Produktionen selber zu produzieren, zu präsentieren, zu distribuieren und sogar ihre medialen Werkzeuge eigenständig zu entwickeln. Die transmediale.01 beschäftigt sich in ihrem Kern mit medialen Entwicklungen und künstlerischen Projekten, in denen die Besucher zu Benutzern und sogar zu Produzenten werden. Die Pioniere dieser Aneignung digitaler Technologien sind die Bastler und Hacker, welche Computer, Projektoren, allerlei elektronische Haushaltsgeräte wie auch Softwarepakete öffnen, umbauen, erweitern und missbrauchen. Diese Bastlerkultur setzt sich aber heute zunehmend auch als weitergehende kulturelle Bewegung durch, in der auch kleine Künstlergruppen ihre Videoclips ins Internet stellen, die Fans von Computerspielen ihre eigenen Levels entwerfen, und wo DJs und VJs ganz selbstverständlich in internationalen vernetzten Gruppen und im offenen Austausch Software entwickeln. Die transmediale.01 zeigt in Ausstellungen, Präsentationen, Workshops und Live-Events vor allem solche künstlerischen Projekte, die sich mit dem Selberentwickeln und Selberbauen von kreativen Werkzeugen beschäftigen und die auf die Weitergabe kreativer medialer Kompetenz ausgerichtet sind.
Vorwort zum Festivalkatalog
Die transmediale sucht in ihrem 14. Jahr nach neuen Wegen, das Festivalthema und die Neustrukturierung des Programms sind hierfür die deutlichsten Zeichen. Das Thema DIY [do it yourself!] dient als roter Faden und zieht sich als Hypothese durch das Festival: Digitale Medien besitzen heute das Potential, aus passiven Medienkonsumenten aktive Produzenten zu machen. Das Programm wurde auf eine Woche verkürzt und in klar strukturierte Blöcke geteilt, u.a. zwei konzentrierte Konferenztage mit zahlreichen internationalen Gästen und den eintägigen Höhepunkt des Wettbewerbs mit Künstlerpräsentationen und festlicher Preisverleihung. Dazu eine Reihe von Videoscreenings, Sonderveranstaltungen und Workshops. Die transmediale blieb nicht verschont von der schwierigen Finanzlage der Berliner Kultur. Die geplante Medienkunstausstellung konnte nicht realisiert werden, und statt einige preiswerte Videoprojektionen zu präsentieren, belassen wir diese schmerzhafte Lücke und konstatieren, dass eine angemessene Ausstellung mit interaktiven Installationen nicht stattfinden konnte. Der Katalog wird erst nach dem Festival produziert werden, wir machen aus der Not eine Tugend und versprechen eine umfassende Dokumentation des Festivals und des DIY Themas. Das Festival wird seinem Anspruch als internationaler Treffpunkt und Plattform für neueste Entwicklungen im Bereich der Medienkunst dank der großzügigen Unterstützung mehrerer Unternehmen dennoch gerecht. Gezielt haben wir die Kooperation mit einer ganzen Reihe von Institutionen gesucht, die sich um spezifische Aspekte der Medienkultur bemühen. Ein hochrangig besetzter Wettbewerb, richtungweisende interaktive Projekte und der Schwerpunkt auf Software als gesellschaftliches und ästhetisches Phänomen geben ein deutliches Bild von dem, wohin die transmediale sich in Zukunft entwickeln wird.
Andreas Broeckmann, Susanne Jaschko
Auf der Ebene der Besucher-Künstler begann der Austausch und wurde in den Diskussionen der Konferenz weiterentwickelt: Kommunikationssoftware, die als Social Software bezeichnet wird, sowie künstlerische Software – Software-Kunst – waren Themen, die im Zusammenhang mit neuen Formen der Verbreitung und netzbasierten Partizipation untersucht wurden. Die nominierten Kunstwerke befanden sich in hybriden Bereichen, die zwischen dem Verständnis von Menschen und Maschinen, zwischen Zusammenarbeit, Blockade und Erfindung oszillierten. Sie boten neue Wege zur Konstruktion von Realität und neue Formen der Identifikation. Angemessen, partizipieren, produzieren und verteilen waren die Anforderungen an Besucher und Künstler gleichermaßen auf der transmediale.01.
transmediale.01 DIY betonte die emanzipatorische Tendenz des Selbermachens in der digitalen Kultur und bot ein hochkarätig besetztes Forum für die Auseinandersetzung mit neuen Formen künstlerischer und gesellschaftlicher Partizipation. Der Festivalkatalog enthält umfassende Informationen zu allen im Rahmen der transmediale.01 DIY stattfindenden Veranstaltungen sowie gezeigten Werke.
DIY Media behandelt neueste Entwicklungen von Kunst, welche digitale Medien verwendet und setzt den Fokus auf Themen wie Software, Interaktivität, Teilnahme und Distribution. Es entstand aus der Dokumentation des internationalen Festival für Medienkunst transmediale.01.
Interaktiv
Mit der Jury Alex Adriaansens, Dr. Söke Dinkla und Prof. Michael Saup. Die Gewinner waren Herwig Weiser und Albert Bleckmann mit ihrem Projekt zgodlocator.
Künstlerische Software
Die Jury bestand aus Florian Cramer, Ulrike Gabriel und John F. Simon. Die Gewinner waren Adrian Ward und Signwave mit Auto-Illustrator sowie Netochka Nezvanova mit Nebula.M81 – Autonomous.
Video
Die Jury bestand aus Catrin Backhaus, Angela Melitopoulos und Gereon Schmitz. Istvan Kantor gewann mit dem Werk BROADCAST und Sylvie Laliberté mit L’Outil n’est pas toujours un marteau.
Team
transmediale.01 DIY Team Wilhelm Großmann (Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH Director), Dr. Andreas Broeckmann Festival Director, Susanne Jaschko Curator/Deputy Director, Marian Bichler Festival Coordination, Katje Gessner Festival Coordination, Dirk Volke (Podewil) Festival Coordination, Anke Hoffmann Programme Coordination, Sabine Alpers Programme Coordination Assistant, Website Editing, Dr. Wolf Siegert Promotion & Sponsoring, Flóra Tálasi (Fundraising, Podewil) Promotion & Sponsoring, Christine Sievers Press, Gabriele Miketta (Podewil) Press, Manja Buschewski Press Assistant, Götz Dihlmann Technical Director, Andreas Harder Technical Director, Maximilian Stelzl (Podewil) Technical Support, Hans Hübner Networking, B VIER Exhibition Design, aroma Print & Webdesign, Karin Schyle Print Editing, av.f Medienprojekte Festival Trailer, Thomas Munz Website Editing; Text by Andreas Broeckmann, Susanne Jaschko, Anke Hoffmann; Translation Robert Bryce, Tom Morrison, Nigel Prosser, Alisa Kottmair, Jürgen Scheunemann, Laura Schleussner
transmediale.01 advisory board Stefaan Decostere, Anne-Marie Duguet, John Hanhardt, Wulf Herzogenrath, Joachim Sauter
Support
Patron: Eberhard Diepgen, Mayor of Berlin
gefördert durch: Hauptstadt Kulturfunds, SenWissKult (Berlin Senat), Media Plus (European Union), Filmboard (Medienboard Berlin Brandenburg)
Im Kooperation mit: bqnm, Institut für Auslandsbeziehungen e.V., Künstlerhaus Bethanien, Mikro, Museum für Kommunikation Berlin
Preissponsoren: av.f medienprojekte gmbh, CONGA Communications, PLEX
Support:Das Kulturbüro von Quebec in Berlin, Auswärtiges Amt, Bundeszentrale für politische Bildnug, The British Council, Bundesinisterium für Wirtschaft und Technologie, Koninkrijk der Nederlanden, Österreichische Botschaft Berlin, Apple Center, Art Com, AVM, Barco, B Vier, Contrib.Net, Fujitsu, Fux Data, gate5, Games Academy, Gate O, LEGO, Lucent Technologies, LOEWE, Siemens, Volkswagen Art Foundation
Medienpartnern: B1. Das Berlin Fernsehen vom SFB, De:Bug, flyer, InfoRadio auf 93.1, Springerin, I-D Media, Cycosmos.com, die tageszeitung, zitty
Dank an Hansa Computer, Studio Berlin







