| Tagline: | des internationalen forums des jungen films |
|---|---|
| Venues: | MedienOperativ |
| Date: | 10.02 â 21.02.1989 |
| Organisation: | MedienOperative |
Wir haben alles in der Hand: Kamera, Animation, digitale Tricks. Der Wunsch zu experimentieren und der Wunsch nach RealitÀt.
In diesem Jahr zum zweiten Mal realisiert, war das VideoFest zum gröĂten stĂ€ndigen europĂ€ischen Videofestival geworden. Video ist jung, war von Anfang an eine Reaktion auf die âschöne neue Weltâ der hochtechnisierten Massengesellschaft mit all ihren Computern, Kernkraftwerken, zerstörten Landschaften und vereinsamten Individuen. Deshalb kann Video nicht Film sein, bleibt sperrig, verspielt und angreifbar. Und bleibt vor der TĂŒr der âhohenâ Kultur.
Vorwort des kĂŒnstlerischen Leiters zum Festivalkatalog
Die einen haben immer noch nicht begriffen, was Video eigentlich ist, die anderen haben nie versucht, ihre Vorurteile ĂŒber Bord zu werfen. Video: eine Kultur fĂŒr eine kleine Minderheit...scheinbar!
Ein Blick ins Ausland, ein Blick in diesen Katalog belegen eindrucksvoll das Gegenteil. Dem VideoFest â89 lagen ĂŒber 500 Anmeldungen aus 28 LĂ€ndern aller Kontinente vor, 123 aus 24 LĂ€ndern wurden ausgewĂ€hlt; um die hundert BĂ€nder laufen im Rahmen der
Inforeihe. In diesem Jahr zum zweiten Mal realisiert, ist das VideoFest zum gröĂten stĂ€ndigen europĂ€ischen Videofestival geworden - von den Zuschauerzahlen her war es das bereits 1988.
Video ist Vielfalt: Wir zeigen ungewöhnliche AnfĂ€nger-Arbeiten ebenso wie die Spitze der Hightech-Art; zeigen âkleine schmutzige" Reportagen von sozialen Brennpunkten genauso wie kunstvoll gestaltete Dokumentationen; zeigen alberne Spielfilme, politische und solche mit innovativen videoĂ€sthetischen Formen. Rasante Bild-/Tonexperimente sind neben visuelle Meditationen zu finden, (zum Teil politische) Anti-Videoclips wenden sich wie einige BĂ€nder an den Grenzen des Visuellen gegen die herkömmliche Sehkultur.
Die Programmblöcke sind nicht beliebig zusammengestellt, sondern kategorisiert und in sich strukturiert: Die Videos sollen sich reiben, sich ergÀnzen, sollen zum Widerspruch reizen.
In Sonderprogrammen prĂ€sentieren wir internationale Institutionen, die die Videokultur vorantreiben (âInforeiheâ) und in LĂ€nderprogrammen zeigen wir schlaglichtartig, wie in Brasilien, Frankreich, GroĂbritannien, Italien und USA mit Video gearbeitet wird, ohne dabei ein reprĂ€sentatives Abbild bieten zu wollen.
Wir bieten Besonderheiten: Videos und WerkstattgesprĂ€che ĂŒber die Schwierigkeiten, Theater und Kunst abzubilden; EindrĂŒcke von der kulturellen Perestroika in der UdSSR; Videos aus der DDR; Streikvideos von Berliner Studenten - um nur einige Schwerpunkte zu nennen.
Ganz besonders wichtig ist uns die in Zusammenarbeit mit âZittyâ veranstaltete Werkschau von Skip Blumberg (USA), dem wohl witzigsten und originellsten Dokumentaristen der Welt, der unser Gast sein wird, eine Installation fĂŒr das VideoFest schafft und einen Workshop veranstalten wird (aktuelle Hinweise zum Workshop ab 7. 2. ĂŒber die MedienOperative). Achtung: Die Werkschau beginnt bereits am 7. Februar!
Video-Installationen anderer internationaler KĂŒnstler finden sich in unseren RĂ€umen und in der Galerie Vinzens Sala, Potsdamer Str. 97 (schrĂ€g gegenĂŒber): AmĂŒsantes und SinntrĂ€chtiges. Ziemlich viel, was wir da bieten. Der Katalog gibt genaueren AufschluĂ darĂŒber, lĂ€Ăt Vielfalt und Highlights ebenso erahnbar werden wie die avantgardistischen Besonderungen - des Mediums und unseres Programms.
Dieser aufwendige Katalog ist trotz unseres schmalen Budgets kostenlos: eine einmalige Aktion. Als Werbung und als Hommage an Video - weil Video das hat, was Film schon lange nicht mehr kann:
Die Grenzen aller filmischen Genres durch Reichtum im Ausdruck zu sprengen - und von Wirklichkeiten zu erzÀhlen, die anderen wegen fehlender kommerzieller Ausschlachtungs-Möglichkeiten nicht beachtenswert sind.
Micky Kwella, artistic director
Vorwort zum Festivalkatalog vom Direktor der MedienOperative
Video ist jung, war von Anfang an eine Reaktion auf die âschöne neue Weltâ der hochtechnisierten Massengesellschaft mit all ihren Computern, Kernkraftwerken, zerstörten Landschaften und vereinsamten Individuen. Den Betroffenen eine Stimme geben und den Einsamen einen Traum - Kunst, Agitation und PĂ€dagogik lagen eng beieinander. Video gibt es seit 20 Jahren als Kulturform, und es war von Anfang an ein kollektives Medium. Wir haben alles in der Hand: Kamera, Animation, digital-Trick. Lust zum Experiment und Lust zur RealitĂ€t - das sind die Maximen einer Videogeneration im Zeitalter der permanenten technischen Innovation.
Deshalb kann Video nicht Film sein, bleibt sperrig, verspielt und angreifbar. Und bleibt vor der TĂŒr der âhohen â Kultur. Videoproduzenten mĂŒssen sich oft mit Fernsehen verbinden, um finanziellen Spielraum zu gewinnen. Die klassischen Wege der Filmförderung bleiben uns weitgehend verschlossen - uns sind doch schon fĂŒr Filmerzu eng, wenn es um kulturelle IdentitĂ€t oder die europĂ€ische Alternative geht.
Andere LĂ€nder sind uns voraus: in England mit Channel Four, in Frankreich mit regionalen Medienzentren, in Italien, Spanien mit dem offeneren Zugang zu Fernsehanstalten. Warten wir hier auf den Kulturkanal? Warten wir darauf, daĂ auch in den letzten Winkel bĂŒrokratischer Förderungsinstanzen eine neues VerstĂ€ndnis von Video dringt? Oder machen wir ein Festival, das die Vielfalt und Potenz dieser neuen Kultur international reprĂ€sentiert?
Keine Frage, wir haben all unsere Energie aufgewendet, um dieses Festival zu realisieren: statt Geld viel ehrenamtliche Arbeit und Phantasie, zusĂ€tzliche Leistungen von Sponsoren und Förderern. Ohne sie wĂ€re es nicht möglich gewesen, GĂ€ste aus DĂ€nemark, Frankreich, GroĂbritannien und den USA zu begrĂŒĂen. Wir haben 120.000 DM verbraucht; die Zuwendung des Senators betrug 15.000 DM: trotz gutem Willen, es gibt eben keinen âTopf" fĂŒr Videokultur!
Eine kulturpolitische Frage, ob diese Stadt sich dieses Festival erhalten will.... in Wirklichkeit nur eine rhetorische Frage.
Hartmut Horst, MedienOperative
Das Programm des VideoFest â89 ist in verschiedene Sektionen unterteilt: Das Sonderprogramm konzentriert sich auf Produktionen aus verschiedenen LĂ€ndern, wĂ€hrend die Inforeihe Institutionen der Videokultur vorstellt. Das Hauptprogramm widmet sich internationalen Videos, und Nightflight prĂ€sentiert Videos, die an die Grenzen des Konventionellen stoĂen. Besonders in diesem Jahr bietet der Focus auf Skip Blumberg Workshops, FilmvorfĂŒhrungen und eine Videoinstallation, die sich wĂ€hrend des Festivals in die Werke anderer internationaler KĂŒnstler einreiht. In Zusammenarbeit mit dem Arsenal Institut fĂŒr Film und Videokunst wird ihr Programm in die VorfĂŒhrungen des VideoFestes aufgenommen.
Der Festivalkatalog enthĂ€lt umfassende Informationen zu allen im Rahmen des VideoFest '89 gezeigten Film- und Videoarbeiten. Es gibt Einblicke in das Programm eines Festivals, welches bereits im zweiten Jahr nach seiner GrĂŒndung zum "gröĂten, stĂ€ndigen europĂ€ischen Videofestival" (Zitat aus dem Katalog: Mickey Kwella, KĂŒnstlerischer Leiter des VideoFest) geworden ist.
Team
Micky Kwella Artistic Director and Program Manager, Knut Gerwers Assistant, Hartmut Horst Business Management, Silke Ude Assistant, Rudolf Frieling Communications, Wolfgang Seidel EDP, Ute GeĂner Tape Storage, Clemens Koch, Friedemann Schmidt, Petra Weisweiler, Lilian Schnidrig Office, Matthias Behrens, Matthias Kirschke, Gert Rahn Technical Support, Knut Gerwers, Clemens Koch, Gert Rahn Screening, Rudolf Frieling Installation Management, VideoVox und Sony Equipment Micky Kwella Artistic Director and Program Manager, Knut Gerwers Assistant, Hartmut Horst Business Management, Silke Ude Assistant, Rudolf Frieling Communications, Wolfgang Seidel EDP, Ute GeĂner Tape Storage, Clemens Koch, Friedemann Schmidt, Petra Weisweiler, Lilian Schnidrig Office, Matthias Behrens, Matthias Kirschke, Gert Rahn Technical Support, Knut Gerwers, Clemens Koch, Gert Rahn Screening, Rudolf Frieling Installation Management, VideoVox und Sony Equipment
Support
Filmbeauftragten des Berliner Senats, AuswÀrtige Amt
Wir danken folgende Firmen und Institutionen fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung: JVC Professional, Mitsubishi Electric Europe GmbH, Onasch FilmgerĂ€te GmbH, Panda Soft/special thanks to Franz König, Amerika Haus, British Council, Institut Français Berlin, Spanisches Generalkonsulat, Yugoslav Airlines, Das AuswĂ€rtige Amt, Senat fĂŒr kulturelle Angelegenheiten, Der Filmbeauftragte, Zitty - Stadtmagazin, Druckhaus Schlaeger Peine



