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Spaceship Earth 2.0
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Astral travel with Cybotron into the meta-narrative of the Parallel Shift, a new sonic fiction that raises many questions about military science of the near-future and the possibility of other worlds.
The Rhythmanalyst (aka DeForrest Brown, Jr.) with Cybotron, Parallel Shift (Tresor, 2024)

Rhythmanalytics ist eine sich in Entwicklung befindliche, diagnostische Erkundung elektronischer Musik am Ende der Musikindustrie. DeForrest Brown, Jr. lässt sich von Gesprächen mit Techno-Urvater Juan Atkins während der Forschungs- und Entwicklungsphase des 21. Jahrhundert-Revivals des Cybotron-Projekts in Zusammenarbeit mit dem Berliner Club/Label Tresor inspirieren – und führt Techno über die Tanzfläche hinaus in eine angewandte rhythmanalytische Metaphilosophie. Rhythmanalytics überträgt die Schriften des Philosophen Henri Lefebvre auf eine Zeitleiste der globalen Techno-Ökonomie und stellt die Frage, was mit den einst utopischen, prosumer-getriebenen Idealen der Gegen-/Cyberkultur geschieht, wenn die Epoche des Akzelerationismus in den Longtermismus übergeht. Das Projekt entfaltet sich über drei Veranstaltungen bei transmediale, wobei das Festival als Infrastruktur dient, um Brown, Jr. bei der Weiterentwicklung von Rhythmanalytics zu unterstützen – während der Künstler und Denker das Werk zu einem kommenden Album und Buch formt, gefördert durch EMPAC (Experimental Media and Performing Arts Center am Rensselaer Polytechnic Institute).

Das Cover von Cybotrons Debütalbum Enter (1983) zeigt einen Körper, der im Schritt digitalisiert wird – eine Visualisierung der Anfänge einer potenziellen Philosophie, die von einem jungen, vorausschauenden Juan Atkins mit Anleitung des Vietnamkriegsveteranen Rik Davis entwickelt wurde. Gemeinsam versuchten sie, auditive Portale in eine alternative Realität, die sie „the Grid“ nannten, direkt in die „Alleys of Your Mind“ zu übertragen. Cybotron – ein Kofferwort aus Cyborg und Cyclotron (einem Teilchenbeschleuniger) – war der erste einer Reihe von codierten Begriffen aus der „Technosprache“, die Atkins und Davis miteinander teilten. Diese Begriffe bildeten die Grundlage für ein fortlaufendes Verständnis von postindustriellem/informationszeitlichem kapitalistischem Realismus innerhalb einer technognostischen Exotheologie. „Der Zweck war einfach“, sagte Davis einmal in dem Buch Techno Rebels (1999). Für ihn war das Cybotron-Projekt ein Mittel „zu überleben, wenn die Aasgeier und Diebe kommen, um das zu stehlen, was ich in die kulturelle Matrix eingefügt habe!“ Ähnlich äußerte sich Atkins in Techno Rebels: Er empfand, dass „die US-Regierung den Menschen immer vorgibt, worüber sie nachdenken sollen, und dabei die Existenz von UFOs zu vertuschen scheint.“ Für ihn war diese systematische Kontrolle über den Informationsaustausch eine Form der Gedankenkontrolle – „sie nehmen den Menschen die Hoffnung, sodass sie nicht in die Zukunft blicken.“

Indem es sich ein alternatives Zukunftsszenario vorstellt, strebt Rhythmanalytics danach, den industriellen Standard der Rave-Kommune und des Hardcore Continuums zu demontieren und eine mythen-wissenschaftliche modale Logik zu konstruieren, die interdisziplinäres Multitasking in der Suche nach einem empirischen Verständnis von verstärktem „synoptischem Audio“ einsetzt.

Browns Workshop Spaceship Earth 2.0 schlägt eine Lesegruppe und einen Diskussionsraum vor, der auf den Themen seines Buches Assembling a Black Counter Culture (2022) und seines kommenden Werks Rhythmanalytics basiert. Durch die Verbindung der Denkprozesse von Buckminster Fuller und Sun Ra – zwei visionären Köpfen, deren Ansatz zum Konzept des „Spaceship Earth“ eine Methodologie und Weltanschauung einführte, die das Potenzial technischer Kreativität insbesondere in der Musik erkennt – wird Brown, Jr. eine Fokusgruppe leiten. Gemeinsam werden sie untersuchen, wie bestimmte Künstler:innen und Institutionen sich selbst als Retter:innen des Techno-Erbes positionieren, während eine „post-demokratische Rave-Neue-Welt“ droht.

Als Ergebnis dieser Kritik, wird die Sitzung Ideen rund um plattformbasierte vs. institutionenbasierte kulturelle Organisation entwickeln.

Der Workshop findet am 30. Januar von 10:00 – 13:00 Uhr statt.

Mit Unterstützung der Botschaft von Kanada in Berlin.