In dieser Session präsentieren vier Bildschaffende drei kurze Lecture-Performances, die jeweils die produktive Distanz zwischen Betrachter und Bild erkunden. Jede Lecture hinterfragt die Macht des Bildes und zeigt auf, wie passive Formen der Zuschauer:innenschaft durch profitorientierte Algorithmen geformt wurden. Als Widerstand dagegen bieten die Beiträge ein Gegenmittel zu dieser passiven Trance, indem sie aktivere Formen der Zuschauer:innenschaft einfordern – solche, die die Verschmelzung (und Nähe) des Betrachters mit dem Bildschirm durchbrechen.
Mit zahlreichen Verweisen auf Meme-Kultur – von ASMR-Backvideos bis hin zu GlenCallan Whiskey – öffnet Maud Craigie den Raum zwischen Subjekten und ihren Bildern und reflektiert darüber, dass „das Reale fiktionalisiert werden muss, um gedacht werden zu können“ (Rancière, 2013, 34). Craigie wird gefolgt von 2girls1comp, die sich auf Mods konzentriert, der es Spieler:innen ermöglichen, Nachrichten über die Karte von GTA V zu schreiben. Im letzte Beitrag widmet sich Alice Lenay dem Phänomen der „Twisties“, einem potenziell gefährlichen Zustand, in dem Turner:innen in der Luft ihr Orientierungsgefühl verlieren. Sie nutzt diesen Zustand als Ausgangspunkt, um die Beziehung zwischen unseren Körpern und dem vernetzten Bild zu untersuchen.
Die Lecture-Performances werden von einem Gespräch zwischen den Künstler:innen abgerundet.