Angelehnt an das Konzept technologischer Testfelder der Soziologin Noortje Marres â Orte, an denen neue Technologien nicht nur auf ihre FunktionalitĂ€t, sondern auch auf die Akzeptanz oder den Widerstand der Gesellschaft getestet werden â untersucht die Lecture-Performance von Catherine Griffiths, wie öffentliche Proteste zu experimentellen SchauplĂ€tzen fĂŒr KI-Ăberwachung und Skelett-Tracking-Systeme geworden sind.
Die Performance zeigt auf, wie Algorithmen und Modelle unterschiedliche Weltanschauungen und Werte in sich einschreiben und erforscht Dynamiken von NĂ€he und Distanz: zwischen Inhaftierten und Freien, zwischen abstrakten technischen Systemen und gelebter Erfahrung, zwischen aktuellem Widerstand und dem drohenden Klimakollaps. Diese Spannungen werden in der Performance greifbar gemacht, indem Stimmen inhaftierter britischer Klimaaktivist*innen mit groĂflĂ€chigen Videoprojektionen verwoben werden. Diese wechseln zwischen abstrakten Visualisierungen von DatensĂ€tzen und technischen Workflows sowie dokumentarischen Aufnahmen gewaltfreier direkter Aktionen auf den StraĂen Londons.
Im Anschluss folgt ein dynamisches und vielschichtiges GesprĂ€ch, in dem Marija Ristic, Anna Engelhardt und Julian Oliver gemeinsam mit Griffiths untersuchen, was âunmodelliertâ bleibt â von ausgeschlossenen Daten ĂŒber inhaftierte Aktivist*innen bis hin zur Klimakatastrophe selbst â und dabei die sich wandelnden Beziehungen zwischen Ăberwachung, öffentlichem Raum und Widerstand reflektieren.
