Das bewusste Selbst sitzt am Steuer, die HĂ€nde am Lenkrad, scheinbar in Kontrolle, doch das Unterbewusste, der andere Fahrgast, gibt die Richtung vor â flĂŒsternd durch Intuition und Impuls. Wenn Buai (Betelnuss) im Körper ankommt, verĂ€ndert sich die StraĂe: Visionen schĂ€rfen sich, manche Wege entfalten sich, neue Routen tauchen auf und schieben das Unterbewusste voran, treibend in halboffenen, halbberauschten ZustĂ€nden, in denen das Geheimnis bezeugt wird. Es gibt keine feste Geografie; das Terrain entsteht erst, wenn das Selbst es zu durchqueren erlaubt und die Territorien durch die Gleitgeschwindigkeit der Bewegung erweckt werden.
Buai 44:44 ist eine durationale Field-Recording-Fahrt, die aus einem Paradox von Bewegungsschleifen im Hochland von Simbu in Papua-Neuguinea (PNG) hervorgeht. Eine Empfindung, die gehört und gespĂŒrt wird durch eine Reihe von Ereignissen, die sich in Schwankungen und extremer Unvorhersehbarkeit entfalten. Dort, wo die Langsamkeit des Landes ein Geheimnis in sich trĂ€gt, verdoppelt und verzögert sich die Zeit, wĂ€hrend Improvisation zum Mittel der Navigation wird â des Sehens und Hörens. Die StraĂen sind nicht entscheidend, entscheidend ist die Bewegung. Die hörende Person wird zur mitfahrenden Instanz, getragen von den Loop-Rhythmen, die das Hören verzögern, um das Mögliche der Zukunft hervorzubringen und zurĂŒckzugehen, um vorwĂ€rtszukommen.
Es gibt eine subtile Euphorie, eine ruhelose Wachheit. Das Selbst wird zugleich Fahrer und Fahrgast. Buai 44:44 wirkt weniger als Substanz denn als Metapher fĂŒr das Ăberschreiten von Schwellen und dafĂŒr, dem Drift die FĂŒhrung zu ĂŒberlassen. Klanggesten, die keine ReprĂ€sentationen sind, sondern Artefakte von ĂbergĂ€ngen, wie vorbeiziehende Scheinwerfer. Im Kern fragt die Arbeit danach, wie das Ungehörte spĂŒrbar wird, wie Ereignisse, Menschen und Prozesse ohne erklĂ€rbare Verbindungslinien auf eigentĂŒmliche Weise zusammenfinden. Dort, wo subtile Euphorien gesteigerter Aufmerksamkeit, Rhythmen ungelöster Gedanken und sanfte klangliche Desorientierungen zu einem metaphorischen Beschleuniger des Hörens werden â und das Unterbewusste hörbar wird, nicht als Bedeutung, sondern als Bewegung.