The Prince of Homburg

2019, video work, 23'

p. staff, The Prince of Homburg, 2019, video still

p. staffs pulsierende, farbkodierte Videoarbeit verwendet den Text von Kleists gleichnamigen StĂŒck aus dem 19. Jahrhundert, um sich mit den Themen Verfolgung und Bestrafung zu befassen sowie ĂŒber zeitgenössische Fragen zu Geschlecht, queeren Widerstand und das System der KnĂ€ste nachzudenken. Durch eine unkonventionelle ErzĂ€hlstruktur wird im Video Kleists TheaterstĂŒck mit Interviews, GesprĂ€chen, gefundenem Filmmaterial, handgemalten Animationen und Songs zusammengeschnitten. In einer Reihe fragmentierter Tageseinstellungen Ă€ußern sich KĂŒnstler:innen, Schriftsteller:innen und Performer:innen zu queerer IdentitĂ€t und Transgeschlechtlichkeit heute und deren NĂ€he zu Begehren und Gewalt. Unter ihnen sind Sarah Schulman, Che Gossett, Macy Rodman und Debra Soshoux, die durch die blitzartigen Bilder von Sonne und Himmel, urbanen Straßen und Text unterbrochen werden. Nach jedem dieser Segmente folgt eine Nachteinstellung, die von  Johanna Hedva in der Doppelrolle als ErzĂ€hlerin und Prinz vorgetragen wird. Frei nach Kleists Handlung kĂ€mpft der schlafwandelnde Prinz mit seinen sonambulen Angewohnheiten und dem Vordringen des Unterbewussten in seinen Bewegungsapparat. In unvollstĂ€ndig erinnerten Traumbildern entfaltet sich die ErzĂ€hlung durch das Aufblitzen nĂ€chtlicher GĂ€rten, reflektierender Kleidung, von Neonschildern und einem Trauerspiel.

p. staff, The Prince of Homburg, 2019 Video work, 23', Screening