2021, Four sculptural / audio works, each approx 5 minutes in duration
Zwischen dem, was ein Bild erzählt, und den Sinnesreaktionen, die es bei uns auslöst, besteht eine Lücke, die über die Geschichte hinausgeht. Diesen Raum bezeichnet der französische Philosoph Jacques Rancière als das Spektakel des Bildes, d. h. eine Kraft, deren Willen wir uns nicht entziehen können und die uns im freien Fall ins Bild zieht.
Chloé Galibert-Laîné untersucht anhand einer im transmediale studio eingerichteten Objektinstallationen, wie das Bild sein Spektakel herstellt. Sie bietet den Betrachterinnen neue Wege an, wie der Macht des Bildes zu widerstehen ist und wie sie zurückgewiesen werden kann, wobei sie das Bild als ein Artefakt behandelt, das von einer Regisseurin hergestellt wurde, und es einer Reihe theoretischer Überlegungen unterzieht mit dem Ziel, es in seine Bestandteile zu zerlegen. In diesen Prozessen wir das Bild wieder-demontiert (reverse-engineer), um die Quelle seiner Macht zu enthüllen und die Leerstellen seiner Herstellung offenzulegen, wodurch alternative Lesarten und Verständnisse ermöglicht werden (Zimmerman, 2019). Diese Umkehrung des Entwicklungs- und Produktoinsprozesses verläuft nach vier Prinzipien der Materialwissenschaft und untersucht deren Bedeutung in der Konstruktion des Bildes: Viskosität, Abrieb, Auftrieb und Leitfähigkeit. Jedes Prinzip bezieht sich auf eine der Objektinstallationen im Raum.
Free Falls into the Image ist eine Auftragsarbeit für die transmediale 2021–22 und entstand in Kooperation mit Ben Evans James; Dank an Rebecca Smith für ihre Unterstützung. Das Ausstellungskonzept wurde von den Forschungen und Schriften Patricia R. Zimmermans inspiriert. Sie ist Professorin für Screen Studies an der Roy H. Park School of Communications des Ithaca College, Ithaca, New York, USA.
Patricia R Zimmerman, Documentary Across Platforms, Indiana University Press, Indiana 2019.






