• Lecture Performance
  • silent green Kulturquartier / Betonhalle
Dissociative Worldmaking
Passes only
IRL / presential

Diese Lecture-Performance führt das Konzept des dissociative worldmaking ein – einen methodologischen und ästhetischen Rahmen zum Verständnis der Interaktionen von queeren/trans Daten mit künstlicher Intelligenz. Verankert in deren künstlerischer Praxis – insbesondere der Counter-Mapping-Plattform Queering The Map und deren generativem KI-Ableger QT.bot – plädieren dey für eine „queere Logik der Datenopazität“, die sich dem Extraktivismus und der Standardisierung widersetzt, die Big Data inhärent sind.

Indem auto-theoretische Reflexionen über Ketamin, Heartbreak und Datenmoderation mit Texten von Édouard Glissant, Lauren Berlant und Hannah Baer verwoben werden, rahmt LaRochelle Dissoziation nicht als Pathologie, sondern als generative Strategie, um mit dem „Zuviel-Sein“ eines Archivs umzugehen, das gleichermaßen von Trauma wie von Ekstase durchzogen ist. Dey argumentieren, dass maschinelles Lernen – indem das Scheitern linearer Kausalität („X ist nicht gleich Y“) angenommen wird – angeeignet werden kann, um uns durch die Informationsüberforderung der Gegenwart zu navigieren, ohne in Reduktionismus zu verfallen. Letztlich schlägt diese Lecture-Performance dissociative worldmaking als ästhetische Strategie vor, die Bindungen an normative Zeitlichkeiten und Subjektivitätsformen lockert und so neue Formen der Sinnproduktion innerhalb einer Welt im Krisenzustand ermöglicht.

Mit Unterstützung der Botschaft von Kanada in Deutschland, Berlin.