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After the Feed: Digital Labour and Its Afterlives
Passes only
IRL / presential

Dieses Panel bringt die Filmemacherin Keiria Shishay, Regisseurin von After the Abyss, und Camila Lombana Diaz, Initiatorin von Ayni AI, zusammen – in einem GesprĂ€ch ĂŒber Arbeit, Technologie und kollektives Re-Imaginieren.

After the Abyss begleitet ehemalige Content-Moderator:innen in Nairobi, die nach der Konfrontation mit gewaltvollen digitalen Inhalten an PTBS leiden, und macht ihren Kampf fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen sowie rechtliche Wiedergutmachung gegenĂŒber multinationalen Tech-Plattformen sichtbar. Der Film wird zu einer audiovisuellen Meditation darĂŒber, wie digitale Systeme Leben zugleich ausbeuten und miteinander verbinden – und offenbart, wie jene Arbeit, die globale Plattformen trĂ€gt, hĂ€ufig unsichtbar und ungeschĂŒtzt bleibt. Forschungen zu Content-Moderation zeigen, dass diese Muster von Ausbeutung, prekĂ€rer Arbeit und psychischer Belastung auch Moderator:innen in LĂ€ndern wie Kolumbien betreffen, wo Arbeiter:innen in ausgelagerter digitaler Arbeit mit niedrigen Löhnen, gefĂ€hrlichen Arbeitslasten und schwachen arbeitsrechtlichen Schutzmechanismen konfrontiert sind.

Vor diesem Hintergrund bringt Camila Lombana Diaz Ayni AI als Intervention ein, die auf Gegenseitigkeit und gegenseitiger UnterstĂŒtzung statt auf extraktiver Logik beruht. Ayni AI ist inspiriert vom alten andinen Prinzip des Ayni, das gegenseitige Hilfe oder ReziprozitĂ€t bedeutet. Es beruht auf der Vorstellung, dass Leben durch Kooperation, geteilte Verantwortung und kollektive UnterstĂŒtzung gedeiht. In andinen Kulturen gilt Ayni als zentrale Grundlage des Lebens und prĂ€gt, wie Menschen leben, lernen, arbeiten und fĂŒreinander sorgen. Verwurzelt in den harten RealitĂ€ten hochgelegener LebensrĂ€ume entwickelte sich diese Philosophie als Überlebenssystem, in dem menschliche Kooperation die Resilienz und KontinuitĂ€t von Gemeinschaften sicherte. Ayni AI verkörpert dieses Prinzip, indem KI nicht als Instrument von Dominanz oder Ersetzung positioniert wird, sondern als kollaborative Partnerin, die menschliche Verbundenheit stĂ€rkt, geteiltes Wissen verstĂ€rkt und Gemeinschaften befĂ€higt, nicht nur zu ĂŒberleben, sondern gemeinsam zu gedeihen.

Moderiert von Tsige Tafesse untersucht das Panel, wie Technologien jenseits ausbeuterischer Arbeitsregime neu gedacht werden können – und fragt, wie Zuhören, ReziprozitĂ€t und situierte Gestaltung zu humaneren Systemen von Berechnung, Medienarbeit und kollektiver FĂŒrsorge beitragen können. Gemeinsam entwirft die Diskussion Alternativen, die nicht nur die in After the Abyss sichtbar gemachten SchĂ€den adressieren, sondern auch die strukturellen Bedingungen in den Blick nehmen, die es ermöglichen, dass sich solche Verletzungen ĂŒber Grenzen hinweg und entlang digitaler Infrastrukturen vervielfĂ€ltigen.