Resilience Overflow spekuliert über die Freisetzung eines Stamms der Darmbakterien Citrobacter alamoniticum – isoliert aus der intestinalen Flora der Künstlerin und genetisch modifiziert, um das menschliche Neuropeptid-Y-Gen zu exprimieren und zu produzieren, das eine Resistenz gegen posttraumatische Belastungsstörungen verleiht – in das Wassersystem von Beirut. Auf diese Weise hinterfragt die Arbeit Resilienz als politischen Vorwand und untersucht zugleich die Rolle des Individuums in der Abwesenheit des Staates sowie mögliche Formen von Allianzen zwischen Menschen und Nichtmenschen.
Begleitend zur Projektion von Resilience Overflow werden fluoreszierende, kohlensäurehaltige Getränke ausgeschenkt. Die Getränke entstehen durch die Fermentation von Zucker mittels Wasserkefirkörnern, die aus komplexen symbiotischen Mischungen von Bakterien und Hefen bestehen, darunter Lactobacillus, Liquorilactobacillus, Lacticaseibacillus, Lentilactobacillus, Leuconostoc, Lactococcus, Acetobacter, Gluconobacter, Oenococcus, Clostridium, Zymomonas und Saccharomyces. Diese Mikroorganismen fördern die Darmgesundheit, indem sie Postbiotika produzieren.
Wasserkefirkörner können bei richtiger Pflege wachsen, sich vermehren und weitergegeben werden.
Die Fluoreszenz entsteht durch die Zugabe von Riboflavin (Vitamin B2), einer Verbindung, die natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommt, Lebensmitteln zugesetzt wird und als Supplement erhältlich ist. Riboflavin wird durch das Bakterium Bacillus subtilis synthetisiert.
Für die Präsentation der Installation bei der transmediale erhielt Lara Tabet Unterstützung von Ettijahat – Independent Culture im Rahmen des Programms Zad: Miles for Connection.
