Diese Soundarbeit bezieht ihren Namen aus dem Werk der Wissenschaftlerin, Dichterin und Autorin Alexis Pauline Gumbs, die Schwarzes feministisches Denken durch die Linse von Verwandtschaftsverhältnissen entfaltet, die durch Gewässer hindurch bestehen. All Water Touches Water Everywhere ist ein fortlaufender Werkkomplex sonischer Erkundungen, der mit afrikanischen Wasserkosmologien arbeitet, um Formen des Seins und Wissens zu befragen.
Indem die Arbeit sich der Gebärmutter als verkörperter Form zuwendet, die durch Wasser Leben trägt, lädt das Soundwerk – bestehend aus einer einkanaligen sonischen Meeres-/Gebärmutterlandschaft – zu tiefem Hören und heiligem Atem ein. Es versteht sich als Angebot der Einstimmung auf das Selbst in Beziehung mit und zu anderen. Zusammengesetzt aus Field Recordings, die in Zusammenarbeit mit den Swahili Seas, der Ziwa Kuu, dem Indischen Ozean sowie aus gefundenem audioarchivarischem Material entstanden sind, rückt die Arbeit Swahili-Wasserkosmologien in den Vordergrund und zeigt, wie musikalische Technologien und Rituale von Frauen – etwa vugo, unyago und taarab – in Resonanz mit den Gewässern stehen, an und in denen sie existieren. Atem erscheint hier als Call-and-Response, als Herzschlag und Trommelschlag zugleich, der in flüssiger, liminaler Zeit anschwillt und abebbt.