Parallel zu den angesetzten High-Tide-Veranstaltungen entfalten sich die Low-Tide-Happenings kontinuierlich über die Festivaltage hinweg an beiden Orten.
·:·:· sachet-scale · no-mic · time-fluid / not-scheduled ·:·:·

Statt hoch konzentrierter Momente des Zusammenkommens verdichten sich Low-Tide-Momente um andauernde Halte- und Hänge·Strukturen, die gemeinsam von Besucher:innen und Beitragenden geformt werden. Diese weniger zeitgebundenen Begegnungen – darunter Walk-in-Austausche, Rituale, partizipative Interventionen und temporäre Architekturen – können während der gesamten Öffnungszeiten des Festivals besucht und erfahren werden. Austausch geschieht hier über Nähe statt Spektakel, über Gespräch, Zuhören, Tüfteln und Ko-Präsenz. Der Zugang zu Bühnenbereichen, Halte·Strukturen und Hänge·Strukturen bleibt fluid und erlaubt es Praktiken, in kleinem bis mittlerem Maßstab zu zirkulieren, zu pausieren und sich neu zu kombinieren.

Petja Ivanova, eco-feeling infrastructure

Überblick über das *Low-Tide*-Programm
Mi. 28. Jan

Katasumbika, Loop-Screening, Betonhalle Cinema Room, 18:00–00:30

Triptychon-Filme (Ocean Cage, Afterlives, ATRATO), transmediale studio, 18:00–20:00 sowie erneut 22:30–00:30

BUAI 44:44, Field Recordings, transmediale studio, 21:00–22:30

Do. 29. Jan

BUAI 44:44, Field Recordings, transmediale studio, 12:00–17:00

All Water Touches Everywhere, transmediale studio, 13:30–15:30

Triptychon-Filme (Ocean Cage, Afterlives, ATRATO), transmediale studio, 13:30–15:30

Siebdruck, Atelier 2 silent green, 15:00–20:00

Katasumbika, Betonhalle Cinema Room, 17:30–22:00

Discursive Element, CANK erster Stock, 18:30–19:30

Sentimiento Océanico, CANK Erdgeschoss, 20:00–21:00

Fr. 30. Jan

Pray-Per-View, tägliches Ritual, silent green, 11:00–11:15

sourdough architecture: performative infrastructure for cultivated time,
silent green Atelier 5, 12:00–13:00

All Water Touches Everywhere, transmediale studio, 12:00–13:30

Paprika Nails • Longing is Where the Road Remembers It was Once a River,
silent green Atelier 2, 13:00–16:00

Air Conditioner, Betonhalle Cinema Room, 14:30–16:00

Siebdruck, Atelier 2 silent green, 15:00–20:00

Tropical Sweat: Dance Dance Revolution tournament,
Raucherraum silent green, 19:00–20:30

Triptychon-Filme (Ocean Cage, Afterlives, ATRATO), Betonhalle Cinema Room, 20:30–22:30

Bring Your Own Chips, Gespräch, Atelier 1, 19:30–20:30

Sa. 31. Jan

BUAI 44:44, Field Recordings, transmediale studio, 12:00–15:30

Paprika Nails • Longing is Where the Road Remembers It was Once a River,
silent green Atelier 1, 13:00–16:00

Katasumbika, Betonhalle Cinema Room, Loop-Programm, 15:00–16:00

Siebdruck, Atelier 2 silent green, 15:00–20:00

500 Lemon Trees, Lecture Performance, transmediale studio, 15:30–17:00

Who’s Afraid of Ngũgĩ, Betonhalle Cinema Room, 16:30–18:30

Wisisi Nit Meke, Betonhalle Cinema Room, 21:00–22:30

So. 01. Feb

Paprika Nails • Longing is Where the Road Remembers It was Once a River,
silent green Atelier 1, 13:00–16:00

Intertropical Nasi Kerabu, Performance und Workshop, silent green Atelier 1, 13:00–17:00

All Water Touches Everywhere, Betonhalle Cinema Room, 13:30–14:30

Siebdruck, Atelier 2 silent green, 15:00–20:00

Bedrot with me, Lecture Performance, transmediale studio, 16:00–17:00

Recorder: The Marion Stokes Project, Betonhalle Cinema Room, 17:30–19:00

Seeking Mavis Beacon, Betonhalle Cinema Room, 19:00–21:00

Jeden Tag wird Pray-per-view , ein ritueller Spaziergang, das kollektive Tempo des Festivaltages setzten.

  1. Catherine Anabella Lie, sourdough architecture

  2. Johnson & Jeison, Herencia Dividida, 2025

temporäre Architekturen
& partizipative Interventionen

Die Serie von Installationen und temporären relationalen Architekturen ist als konversationelle Plattform konzipiert und schafft Umgebungen, die Dialog, Engagement und geteilte Erfahrung anstoßen. Über drei Tage hinweg entwickelt Petja Ivanova eine Eins-zu-eins Lecture Performance in einer nagelstudioartigen Umgebung und bietet damit eine Form der Wissensverbreitung durch den Körper. In sourdough architecture, einer fortlaufenden Drop-in-Installation von Catherine Anabella Lie, fungiert ein lebendiger Starter zugleich als Material und Uhr und strukturiert tägliche Rhythmen durch kultiviertes Warten. Huang Po-Chih teilt Einblicke in sein Langzeitprojekt 500 Lemon Trees, das die Reaktivierung brachliegender taiwanesischer Landwirtschaftsflächen durch 500 Abonnent:innen finanzierte, die gemeinsam Limoncello produzieren. Tropical Sweat (Dance Dance Revolution), ein von Johnson & Jeison ausgerichtetes Tanzturnier und wird von Sounds aus der Clubszene tropischer Regionen angetrieben. Ein Stepmania-Mod wird dabei zu einem spielerischen Treffpunkt für Steppende Tanzende, Vorbeigehende, träge Fitness-Enthusiast:innen und alle, die Freude daran haben, beim Vorzeigen ihrer Cardio-Skills Freundschaften zu schließen – oder zu verlieren.

  1. KMRU, Buai 44:44, 2025

  2. Petna Ndaliko Katondolo, Katasumbika, 2025, film still

  3. Juan Covelli, Atrato, 2025, still

Bewegtes Bild & sonore Aktivierungen

Low Tide entfaltet ein Programm bewegter Bilder als fortlaufendes und relationales Feld statt als lineare Abfolge von Screenings. Bewegtbilder zirkulieren als fortdauernde Präsenzen, wiederkehrende Strömungen und geteilte Aufmerksamkeitsanker über die Zeit·Räume des Festivals hinweg. Verbunden werden sie durch eine gemeinsame Frage: Welche Kräfte werden freigesetzt, wenn Mineralien und Sprachen aus ihren Böden gelöst und als Bilder, Signale und Code in Bewegung gesetzt werden? Das Triptychon zwischen Tianzhuo Chens Ocean Cage, Montika Kham-ons Afterlives und Juan Covellis Atrato führt diese Untersuchung entlang ozeanischer und fluvialer Logiken fort und richtet den Blick auf Mündungen und Schwellenräume, an denen Ströme von Materie, Glauben und Sprache zusammenlaufen.

presentism.mp4

Als YouTube-basiertes Programm im Kibanda Video Hall entfaltet, wird presentism.mp4 durch kuratierte Playlists, Live-Jamming und hervorgehobene Kommentarspalten aktiviert, ergänzt durch gelegentliche Kurzfilme und Karaoke-Lecture-Performances – wobei Zirkulation, Übersetzung und Kommentar als integrale filmische Energien behandelt werden. Statt abgeschlossene Werke zu präsentieren, operiert der Raum über Auswahl, Unterbrechung und Rekombination und begreift Zirkulation selbst als kompositorische Praxis.