Navigation war typischerweise eher eine technische als eine biologische Angelegenheit, insbesondere wenn es darum geht, RĂ€ume zu durchqueren und sich an sie zu erinnern. Vom Kompass, der Karte und dem Astrolabium bis hin zum GPS haben Menschen eine Vielzahl von GerĂ€ten genutzt, um sich selbst oder ihre Projektile von einem Punkt zum anderen zu bewegen. Doch diese Werkzeuge sind nicht die einzige Möglichkeit â biologische Navigation ist tatsĂ€chlich essenziell fĂŒr den Alltag, die Bewegung und das Ăberleben unzĂ€hliger Spezies.
Heutzutage verschwimmt die Grenze zwischen technischer und biologischer Navigation zunehmend â jedes Lebewesen, das sich bewegt, navigiert mit biologischen und technischen Sensoren. Welche Merkmale der Navigation begegnen uns entlang dieses Spektrums zwischen dem Technischen und dem Biologischen, zwischen Positionierung und Erinnerung?
Dieser Vortrag, den Laura Kurgan fĂŒr die transmediale 2025 entwickelt hat, bringt den Diskurs der kognitiven Kartierung in einen Dialog mit den Fortschritten in Neurowissenschaft und KĂŒnstlicher Intelligenz, wo Wissenschaftler*innen mittlerweile routinemĂ€Ăig von einem âGPS fĂŒr das Gehirnâ sprechen. Ziel ist es, einige bedeutende Fehlanpassungen in den Metaphern zu beleuchten, die zur Beschreibung der Funktionsweise des Gehirns verwendet werden, sowie den Einfluss der âkognitiven Kartierungâ auf Architektur und Urbanismus heute neu zu hinterfragen und zu kritisieren.
Nach dem Vortrag wird Laura Kurgan in einem GesprĂ€ch mit Jussi Parikka die Diskussion weiterfĂŒhren.
