• Screening
  • Haus der Kulturen der Welt (HKW) / Safi Faye Saal
Affirmations are Not as Powerful as Belief
Passes and single tickets
IRL / presential

Die Filme in diesem Programm fangen den/die User:in mitten in der Imagination ein – indem Geist und/oder Körper eingesetzt werden, um sich von der gelebten RealitĂ€t zu lösen und wieder mit ihr zu verbinden. (1) In Davies’ Haters will say I’m real wird eine fiktive nahe Zukunft dargestellt, in der unsere alltĂ€glichen Bewegungen im öffentlichen Raum zu Zwecken der rechtlichen Kontrolle nachverfolgt werden. Als Reaktion darauf bewegen sich einige User vor ihren Handykameras wie in einem Filmedit und verspotten die Art, wie die Kamera die Welt durch gefĂ€lschte Zeitlupen und Crash-Zooms wahrnimmt. Diese Echtzeit-Nachahmung eines Offline-Film-Edits sorgt dafĂŒr, dass die Bewegungen der Performer:innen nicht nachverfolgt werden können und gibt ihnen somit die Kontrolle ĂŒber ihre Körper im öffentlichen Raum zurĂŒck. (2) #shiftok zeigt User, die ihre Erfahrungen mit „Reality Shifting“ teilen – eine Technik, bei der durch Visualisierung, Affirmation und Glaube eine Person in eine alternative Zeit und einen alternativen Raum versetzt wird. Basierend auf diesem Trend prĂ€sentiert Ripoll-Hurier in One Try Away einen frĂŒhen Ausschnitt aus einem geplanten Spielfilm (2026), der sich mit diesem PhĂ€nomen auseinandersetzt. (3) Charlotte Zhangs Tycoon (Ausschnitt) reflektiert ĂŒber die Verbreitung des „Grindset“-Mindsets sowie ĂŒber die Grammatik und Choreografien, die RealitĂ€ten formen, die von kapitalistischer Enteignung geprĂ€gt sind. Diese RealitĂ€ten verfĂŒhren Individuen dazu, sich dem Ziel der Optimierung hinzugeben – doch das wahre Optimum ist eine Art Horror, der die Erfindung idyllischer Fantasien notwendig macht. (4) Maud Craigies Placing spekuliert ĂŒber „Embedded Marketing“, bei dem Individuen dafĂŒr bezahlt werden, Markennamen in alltĂ€gliche GesprĂ€che einzufĂŒgen. WĂ€hrend die Protagonistin des Films zunehmend an Geschick in dieser Praxis gewinnt, entfremdet sie sich zugleich immer mehr von ihrer realen zwischenmenschlichen Interaktion. (5) Zum Abschluss des Programms prĂ€sentieren Dani und Sheilah ReStack einen Ausschnitt aus ihrem kommenden Film Stovepipe to the Sun. Der Film basiert lose auf einer separatistischen Frauengemeinschaft des 19. Jahrhunderts in Belton, Texas, die das TrĂ€umen als Methode nutzte, um einer patriarchalen Gesellschaft zu entkommen.

Mit UnterstĂŒtzung der Botschaft von Kanada in Berlin.